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Amberger Prügelattacke: Schläger nach Afghanistan abgeschoben | BR24

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Nach dem Gerichtsurteil zur Prügelattacke von Amberg ist einer der verurteilten Täter nach Afghanistan abgeschoben worden. Er hatte im Dezember mit drei weiteren jungen Asylbewerbern Passanten angegriffen.

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Amberger Prügelattacke: Schläger nach Afghanistan abgeschoben

Nach dem Gerichtsurteil zur Prügelattacke von Amberg ist einer der verurteilten Täter nach Afghanistan abgeschoben worden. Er hatte im Dezember mit drei weiteren jungen Asylbewerbern Passanten angegriffen.

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Ein Afghane, der im Dezember 2018 an den Prügelattacken auf Passanten in Amberg beteiligt war, ist abgeschoben worden. Das teilte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann am Mittwoch mit.

Der junge Mann sei in einem vom Bundesinnenministerium organisierten Sammelcharterflugzeug nach Kabul geflogen worden, zusammen mit 23 weiteren abgelehnten afghanischen Asylbewerbern. Die Maschine sei am Mittwochmorgen gelandet.

"Jemand, der hier um Asyl ersucht, aber gleichzeitig massiv gegen Gesetze verstößt und beispielsweise andere verletzt, hat hier nichts mehr zu suchen." Bayerns Innenminister Joachim Herrmann

Speziell für solche Fälle gibt es laut Herrmann eine beim Landesamt für Asyl und Rückführungen angesiedelte Task-Force. In der Chartermaschine saßen nach Behördenangaben noch weitere Straftäter, verurteilt wegen Vergewaltigung, gefährlicher Körperverletzung, Drogendelikten und schweren Diebstahls.

Der abgeschobene Täter war vom Amberger Amtsgericht wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung zu einer Jugendstrafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

Berufung: Kein Schutz vor Abschiebung

Der Afghane hatte allerdings Berufung gegen das Urteil eingelegt, über die bei der Abschiebung noch nicht entschieden war. Nach Behördenangaben schützt den 18-Jährigen ein Berufungsverfahren allerdings nicht vor einer Abschiebung. Grundsätzlich stehe die Berufung einer "zeitnahen Abschiebung" nicht entgegen, teilte das Bayerische Landesamt für Asyl und Rückführungen mit. Offenbar hat die Staatsanwaltschaft Amberg der Abschiebung zugestimmt.

Weiterer Täter von Amberg zunächst in Haft

Ein weiterer verurteilter Straftäter von Amberg, ein volljähriger Iraner, muss zunächst seine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten verbüßen. "Anschließend werden wir alles daran setzen, ihn unmittelbar aus der Haft in den Iran abzuschieben", betonte Innenminister Herrmann.

Für den dritten Täter, einen minderjährigen Afghanen, der zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde, steht einer sofortigen Abschiebung derzeit noch ein sogenanntes Abschiebungsverbot des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) entgegen. "Wir haben uns beim BAMF bereits für einen Widerruf des Abschiebungsverbots eingesetzt", erklärte Herrmann. Der vierte Täter, ein volljähriger Afghane, wird aktuell in Deutschland geduldet, da er mittlerweile Vater eines deutschen Kindes ist.

Das Quartett hatte während des fünftägigen Prozesses gestanden, Ende 2018 betrunken durch die Amberger Innenstadt gezogen zu sein und dabei grundlos auf Passanten eingeprügelt zu haben.

Abschiebungen nach Afghanistan sind umstritten, da es in dem Land noch regelmäßig zu Terroranschlägen und kriegerischen Auseinandersetzungen kommt. Nach Einschätzung des Auswärtigen Amtes besteht für die Abgeschobenen aber kein erhöhtes Sicherheitsrisiko in ihrem Heimatland. Daher seien Abschiebungen möglich.