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Prozess um Amberger Prügelattacke: 18-jähriger geht in Berufung | BR24

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Nach dem Prozess gegen vier Asylbewerber hat ein 18-Jähriger nun Berufung gegen sein Urteil eingelegt. Damit geht der Prozess vor einer Jugendkammer des Landgerichts weiter.

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Prozess um Amberger Prügelattacke: 18-jähriger geht in Berufung

Nach dem Prozess gegen vier Asylbewerber hat ein 18-Jähriger Berufung gegen das Urteil eingelegt. Er war zu sechs Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt worden. Damit gibt es einen weiteren Prozess vor einer Jugendkammer des Landgerichts.

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Der Prozess gegen vier Asylbewerber wegen Prügel-Attacken Ende des Jahres in Amberg ist noch nicht abgeschlossen. Wie das Amtsgericht Amberg bestätigt, hat einer der vier Angeklagten Berufung eingelegt. Damit muss gegen den 18-Jährigen am Landgericht neu verhandelt werden.

Berufungsprozess vor Jugendkammer

Der 18-Jährige wurde zu einem halben Jahr Freiheitsstrafe verurteilt, ausgesetzt zur Bewährung. Allerdings wurde er direkt nach dem Urteil in Abschiebehaft genommen. Nun hat er Berufung eingelegt gegen das Urteil. Gegen die drei anderen Angeklagten ist das Urteil inzwischen rechtskräftig. Der neue Prozess vor einer Jugendkammer am Landgericht ist noch nicht terminiert. Zunächst muss das schriftliche Urteil erstellt und dem Verteidiger des 18-Jährigen zugestellt werden. Der hat wiederum Gelegenheit, die Berufung zu begründen, muss das aber nicht tun, so Amtsgerichtsdirektor Ludwig Stich.

Opfer mit Fäusten geschlagen und getreten

Der 18-Jährige war Ende des Jahres erst später zu der Gruppe von Asylbewerbern gestoßen, die bereits am Bahnhof wahllos Passanten attackiert hatten. Er schlug mit Fäusten zu und trat gegen den Kopf eines Opfers, als es bereits am Boden lag. Auch er gab an, zu viel Alkohol konsumiert zu haben. Innenminister Joachim Herrmann kündigte direkt nach dem Urteil an, den 18-Jährigen "sobald wie möglich nach Afghanistan" abzuschieben. Seitdem sitzt er in Abschiebehaft.

Komplizen bekamen Haft und Bewährungsstrafen

Ein 18-jähriger Iraner war vor gut einer Woche vom Amtsgericht Amberg zu zwei Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt worden und in eine Entziehungsanstalt eingewiesen worden. Zwei weitere Afghanen erhielten Haftstrafen von acht Monaten und einem Jahr und einem Monat, beide ausgesetzt zur Bewährung. Beide kamen auf freien Fuß nach dem Urteil. Einer der beiden kann aufgrund seiner Minderjährigkeit derzeit nicht abgeschoben werden, der andere hat ein deutsches Kind, heißt es aus dem Innenministerium.