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Die Innenstadt von Amberg
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BR24 Redaktion
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Die Innenstadt von Amberg

Nach den mutmaßlich von Asylbewerbern verübten Angriffen auf Passanten im bayerischen Amberg prüft die Polizei Hinweise auf rechtsextreme Bürgerwehren in der Stadt. In sozialen Netzwerken gäbe es ein "allgemeines Hinweisaufkommen", sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Details zu den Ermittlungen, wie beispielsweise die Anzahl der eingegangenen Indizien, nannte er nicht. Am Samstagabend hatten vier Jugendliche aus Afghanistan und Syrien mehrere Passanten in der Amberger Innenstadt angegriffen.

Amberger Polizei wird keine Bürgerwehren dulden

Bürgerwehren und sogenannte "Schutzzonen" werde die Polizei nicht dulden, sagte der Polizeisprecher weiter. Die NPD Nürnberg hatte am Dienstag auf ihrer Facebook-Seite Fotos veröffentlicht, die Menschen in roten Warnwesten dabei zeigen, wie sie durch Amberg ziehen. Auf den Westen ist der Schriftzug "Wir schaffen Schutzzonen" zu sehen.

AfD-Politiker wollen nach Amberg kommen

Demonstrationen in der Stadt sind für die kommenden Tage nicht angemeldet. "Uns ist nichts darüber bekannt, dass noch Anmeldungen kommen werden", sagte ein Sprecher der Stadt Amberg zu AFP. Jedoch wollten am Donnerstagnachmittag nach eigenen Angaben mehrere bayerische AfD-Politiker, darunter die Landtags-Fraktionsvorsitzende Katrin Ebner-Steiner, nach Amberg kommen. Ebner-Steiner kündigte auf ihrer Facebook-Seite an, Gespräche mit Polizisten und Bürgern führen zu wollen.

Jugendliche hatten Passanten angegriffen

Am Samstagabend waren in der oberpfälzischen Stadt zwölf Menschen attackiert und verletzt worden, ein 17-Jähriger wurde wegen einer Kopfverletzung stationär im Krankenhaus aufgenommen. Nach Angaben der Polizei standen die Tatverdächtigen unter Alkoholeinfluss, als sie die Passanten attackierten.

Mutmaßliche Täter sitzen in Untersuchungshaft

Gegen vier Beschuldigte im Alter von 17 bis 19 Jahren wurde Haftbefehl erlassen; sie stammen laut Staatsanwaltschaft aus Afghanistan, Syrien und dem Iran. Innenminister Herrmann hatte gestern noch mitgeteilt es handele sich um Afghanen und einen Iraner.

Diskussion über Abschiebung und schärfere Gesetze

Die wahllosen Angriffe haben die politische Debatte über den Umgang mit straffälligen Asylbewerbern erneut angefacht. Unions- und AfD-Politiker forderten eine schärfere Abschiebepraxis und wurden dafür von FDP, Linken und dem Bayerischen Flüchtlingsrat kritisiert. Die Bundesregierung verurteilte die Prügelattacke.

Joachim Herrmann

Joachim Herrmann