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Amazon: Hinweise auf ein Logistikzentrum in Hof verdichten sich | BR24

© picture alliance/Stefan Ziese

Offenbar will sich der Online-Versandhändler Amazon mit einem großen Logistikzentrum bei Hof ansiedeln. Rund 1.000 Arbeitsplätze könnten entstehen.

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Amazon: Hinweise auf ein Logistikzentrum in Hof verdichten sich

Die Hinweise verdichten sich, wonach der Online-Versandhändler Amazon ein Logistikzentrum in Hof bauen und rund 1.000 Arbeitsplätze schaffen will. Zwar steht eine offizielle Bestätigung noch aus, drei Gründe sprechen aber für die Ansiedlung.

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Die Region Hof baut ihre Position als einer der wichtigen Waren-Umschlagplätze in Deutschland aus: Offenbar will sich der Online-Versandhändler Amazon mit einem großen Logistikzentrum bei Hof ansiedeln. Rund 1.000 Arbeitsplätze könnten entstehen.

Weder Bestätigung noch Dementi

Zuerst hatte die Frankenpost in Hof über entsprechende Gerüchte berichtet. Offiziell bestätigen wollen diese Vermutungen zwar weder Stadt und Landkreis Hof, noch der Versandhändler selbst. Allerdings dementiert auch keiner der Beteiligten die Pläne auf Nachfrage des Bayerischen Rundfunks. Und drei Hinweise deuten auf eine Ansiedlung hin.

Nordbayern ist ein weißer Fleck für Amazon

Erstens zeigt eine Landkarte aktuell 13 große Amazon-Logistikzentren. Der größte "weiße Fleck" befindet sich in Nordbayern - zwischen Leipzig im Norden, Graben bei Augsburg im Süden und Bad Hersfeld im Westen. Auf diesen weißen Fleck und das Ziel, ihn zu beseitigen, weist ein Amazon-Sprecher auf Nachfrage des BR auch hin. In derlei Logistikzentren werden die Waren gelagert, die der Online-Versandhändler europaweit verschickt. Die Logistikzentren sind nicht zu verwechseln mit den wesentlich kleineren Verteilzentren, wie derzeit eines in Bayreuth geplant wird. Dort werden Pakete aus den größeren Logistik- und Sortierzentren angeliefert, nach Routen sortiert und weiter auf lokale Lieferunternehmen verteilt.

Hofer Stadträte stellen 40 Millionen Euro bereit

Zweitens haben die Politiker in der Region Hof gerade jetzt die Weichen für neue Gewerbeflächen gestellt. Und zwar am bestehenden Zulieferer-Park, der verkehrsgünstig an der Autobahn A93 liegt. Für den Kauf und die Erschließung von Grundstücken haben die Räte des Zweckverbands "Zulieferer-Park" Anfang Februar bis zu 40 Millionen Euro in den Haushaltsplan der Stadt eingestellt.

Hof einer der wichtigsten Logistik-Standorte Deutschlands

Drittens zählt Hof schon jetzt zu den zehn wichtigsten Logistik-Standorten in Deutschland. Aktuell gibt es hier nach Auskunft der Arbeitsagentur 4.200 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in der Logistik-Branche. Dazu kommen noch die Fahrer, die meist selbstständig unterwegs sind. Zum Vergleich: In Stadt und Landkreis Bayreuth meldet die Arbeitsagentur insgesamt 2.500 Logistik-Arbeitsplätze. Und in Hof wird auch unabhängig davon, ob Amazon kommt oder nicht, weiterer Zuwachs erwartet: So wird im Frühjahr das neue Güterverkehrszentrum am Container-Terminal des Hofer Hauptbahnhofs eröffnet. Da investieren die Stadt Hof und das Fracht-Unternehmen Contargo rund 30 Millionen Euro. Außerdem verdoppelt aktuell das Logistik-Unternehmen Dachser am Hofer Stadtrand seine Kapazitäten. Die Erweiterung der Niederlassung für rund 20 Millionen Euro soll im Herbst 2020 fertig sein, dadurch wächst die Zahl der Festangestellten von 440 auf 500, so eine Dachser-Sprecherin auf BR-Anfrage. Von Hof aus werden dann alle 270 Deutschland-Filialen der Kette "Sonderpreis Baumarkt" beliefert.

Amazon will sich sechs Monate vor Start äußern

Sollte Amazon in Hof tatsächlich ein Logistikzentrum bauen, dann werde man das erst nach Erteilung der Baugenehmigung und etwa sechs Monate vor Inbetriebnahme bestätigen, so ein Unternehmenssprecher zum BR.