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Alternativen für IAA: BUND Naturschutz will noch mehr Radwege | BR24

© picture alliance/Sina Schuldt/dpa

Einsamer Fahrradfahrer auf einer zugeparkten Straße in München

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    Alternativen für IAA: BUND Naturschutz will noch mehr Radwege

    Wenn die Internationale Automobilausstellung (IAA) im September 2021 nach München kommt, soll sie auf der Messe und in der Innenstadt zu sehen sein. Der BUND Naturschutz kritisiert dies scharf und fordert von der Stadt mehr Engagement fürs Fahrrad.

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    Von
    • Anton Rauch
    • Annette Kugler
    • Matthias Lauer

    Als im März die Entscheidung für den Standort München kam, war bei der Stadt und beim Verband der Automobilindustrie (VDA) die Freude groß. Das Konzept für die Premiere im September 2021: keine reine Autoschau mehr, sondern eine Mobilitätsmesse der Zukunft. Dass die nun in der gesamten Münchner Innenstadt stattfinden soll, stößt beim BUND Naturschutz auf Unverständnis.

    Eigene Auto-Spur von der Messe in die Innenstadt

    Die Hersteller wollen "umweltfreundliche Fahrzeuge nicht nur in den Messehallen präsentieren, sondern auch auf den Straßen und Plätzen Münchens“. So soll es während der IAA für diese Fahrzeuge eine Sonderspur geben, auf der sie von der Messe bis zum Odeonsplatz im Zentrum fahren können. Das hat die Stadt bereits vertraglich zugesichert.

    © Roger Murmann / Geisler-Fotopress

    Auf der IAA 2019 in Frankfurt

    Autoschau zu Lasten der Öffentlichkeit

    Die Sonderfahrspur gehe auf Kosten der Radfahrer und des öffentlichen Verkehrs, kritisiert der BUND Naturschutz. Nicht die Mobilität der Zukunft werde da nächstes Jahr präsentiert, sondern eine Leistungsschau der Autoindustrie. Diese würde symbolisiert. Tonnenschwere Neufahrzeuge wie beispielsweise den BMW iNEXT mit fast fünf Metern Länge und bis zu 530 PS tauge aber nicht für eine urbane Mobilität der Zukunft, so die Umweltschützer.

    Zukunft ohne Auto

    Für den BUND Naturschutz soll in der Mobilität der Zukunft das eigene Auto nur noch eine Nebenrolle spielen. Für die IAA haben sie nun ein Alternativkonzept erarbeitet. Auch von der Stadt München verlangen sie eine Wende, schließlich seien dort seit der Kommunalwahl die Grünen stärkste Partei.

    Vision des BUND Naturschutz: Verkehrswende in München

    Der BUND Naturschutz hat ein eigenes Verkehrskonzept unter dem Titel "Living Lab City" erarbeitet. Wie der englische Titel verspricht, soll München während der Messe in der zweiten Septemberwoche 2021 und in den Auf- und Abbauzeiten davor temporär zu einem Umsetzungslabor für nachhaltige Mobilität in der Stadt werden. So bekämen nach den Vorstellungen der Naturschützer alle großen Ein- und Ausfallstraßen zum Altstadtring Popup-Radwege. Die Sonnenstraße zwischen Sendlinger Tor und Stachus würde auf der Innenseite zum vorübergehenden Boulevard, aus dem das Auto verbannt wäre. Mit diesen Maßnahmen, die vom Stadtrat ohnehin bereits für die weitere Zukunft geplant sind, könnte auf diese Weise die angestrebte Verkehrswende für die Bevölkerung vorübergehend erlebbar gemacht werden.

    Stadtrat soll Beschluss rückgängig machen

    Insgesamt 19 Umweltverbände, darunter neben dem BUND Naturschutz auch Green City und der Landesbund für Vogelschutz, haben bereits im Mai die Stadt München aufgefordert, den Beschluss zurückzunehmen, dass auch öffentliche Plätze in der Innenstadt als Ausstellungsflächen der IAA genutzt werden dürfen.

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