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Vor fünf Jahren ist die Donau-Fähre "Posching" gesunken. Drei Passagiere retteten sich schwimmend ans Ufer. Die Gierseilfähre war nicht mehr zu reparieren. Nun überquert eine neue Fähre die Donau. Doch damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende.

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Alte "Posching" ist gerettet: Donaufähre nicht verschrottet

Vor genau fünf Jahren ist die Donau-Fähre "Posching" gesunken. Drei Passagiere mussten sich damals schwimmend ans Ufer retten, und die alte Gierseilfähre war nicht mehr zu reparieren. Nun hat sie aber ein neues Zuhause in Niederwinkling gefunden.

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Von
  • Christian Riedl
  • BR24 Redaktion

Vor genau fünf Jahren, am 19. April 2016, ist die Fähre zwischen den beiden Donaugemeinden Stephansposching und Mariaposching gesunken. Die drei Passagiere konnten sich damals schwimmend ans Ufer retten - die alte Gierseilfähre aber war nicht mehr zu reparieren. In letzter Sekunde wurde die "Posching" dann aber vor dem Schrotthaufen gerettet.

Gierseilfähre bekam Schlagseite und sank

Eine Zeitreise: Dienstag, 19. April 2016 - Ein Landwirt mit seinem Bulldog-Gespann und der Fahrer eines Kleinlasters wollen die Donau überqueren. Sie fahren auf die "Posching". Seit 1870 existiert die Fährverbindung zwischen Stephansposching im Landkreis Deggendorf und Mariaposching im Landkreis Straubing-Bogen. Dieses Mal geht aber etwas schief: Die Gierseilfähre, die ohne eigenen Antrieb an einem Seil hängend mit der Flussströmung ans jeweils andere Ufer gezogen wird, bekommt Schlagseite. Die "Posching" sinkt, die drei Passagiere retten sich schwimmend ans Ufer. Damit endet die Geschichte der Gierseilfähre "Posching" - sie ist irreparabel beschädigt und eine neue Gierseilfähre über die Donau an dieser Stelle wird nicht genehmigt.

Seit April 2019 neue Motorfähre in Betrieb

Inzwischen gibt es eine neue "Posching": Eine Motorfähre, die seit April 2019 fährt. Das kleine Schiff ist technisch auf dem aktuellsten Stand, groß und schnell. An ihre deutlich kleinere Vorgängerin erinnert an Bord ein Foto im Schaukasten unterm Steuerhaus. Ansonsten ist die Erinnerung an die alte "Posching" beinahe schon wieder verblasst: "Keine Ahnung, wo die geblieben ist", "Das weiß ich nicht", "Wo die Alte hingekommen ist, weiß ich nicht", antworten Passanten auf die Frage, wo denn die historische Gierseilfähre geblieben ist.

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Die neue Motorfähre "Posching"

Im Rathaus: Hölzernes Ruder erinnert an die alte "Posching"

Im Rathaus von Stephansposching wird wenigstens eine kleine Erinnerung in Ehren gehalten. Bürgermeisterin Jutta Staudinger (CSU) nimmt ein hölzernes Ruder in die Hand – die Spuren unzähliger Donau-Überquerungen sind unübersehbar: "Dieses Stück ist beinahe 100 Jahre alt", erklärt sie. Und weiter, dass zumindest auf dieser, der rechten Donauseite, nix anderes mehr an die alte "Posching" erinnert.

Alte "Posching" steht jetzt in Niederwinkling

Mehr weiß Fährmann Christian Scheuerer. Er schmunzelt: "Wo die alte Posching ist, verrate ich nicht. Fragen Sie doch mal den Bürgermeister von Niederwinkling!" Tatsächlich hat Ludwig Waas (Freie Wähler) die alte "Posching" vor der Verschrottung gerettet. Die kleine Fähre liegt nun auf Holzklötzen am Wasserwachtweiher in Waltendorf in der Gemeinde Niederwinkling. "Sie wurde sogar frisch renoviert - ehrenamtlich", lacht Bürgermeister Waas. Denn er hat eine neue Verwendung für die alte "Posching". Sie soll künftig am im Zuge des Donauausbaus neu entstehenden "Erlebnisraum Donau" stehen – und als kleiner Biergarten oder auch Siegerpodest beim Waltendorfer Donauschwimmen dienen. Auch wenn die Fähre nicht mehr zurück ins Wasser darf, zumindest an der Donau soll sie dann in den kommenden Jahren doch noch eine strahlende Zukunft haben, hofft Bürgermeister Waas.

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Vor genau fünf Jahren ist die Donau-Fähre "Posching" gesunken. Drei Passagiere mussten sich damals schwimmend ans Ufer retten, und die alte Gierseilfähre war nicht mehr zu reparieren. Nun hat sie aber ein neues Zuhause in Niederwinkling gefunden.

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