BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© privat Familie Preu
Bildrechte: privat Familie Preu

Katharina Preu ist vier Monate nach ihrem Unfall in den USA wieder in ihrer deutschen Heimat zurück.

2
Per Mail sharen

    Altdorferin nach Unfall in den USA zurück in Nürnberg

    Nachdem eine 28-jährige Altdorferin vor vier Monaten einen schweren Unfall in den USA hatte, ist sie in ihre Heimat zurückgekommen. Jetzt hofft ihre Familie, dass sie schnell einen Platz in einer Reha-Klinik bekommt.

    2
    Per Mail sharen
    Von
    • Annika Svitil

    Im Oktober war Katharina Preu aus Altdorf in den USA zum Motorradfahren in den Bergen nahe Salt Lake City unterwegs. Als ein Auto unerwartet vor ihr die Spur wechselte, kam die 28-Jährige beim Bremsen von der Straße ab und stürzte über das Lenkrad von ihrem Motorrad. Ihr Freund, der sie begleitete, ist Rettungssanitäter und leistete sofort erste Hilfe, bis sie 45 Minuten später in ein Krankenhaus eingeliefert und operiert werden konnte.

    Lange OP, wenig Gewissheit

    Katharina Preu wurde lange operiert, um ihren Zustand zu stabilisieren. Zu diesem Zeitpunkt sei es nicht allzu gut um die 28-Jährige gestanden, sagte ihr in Österreich lebende Bruder Julius Preu dem Bayerischen Rundfunk. Trotz Schutzkleidung erlitt sie ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Außerdem brach sie sich das Schulterblatt und Schlüsselbein, dazu kam eine Bänderverletzung am Fuß und mehrere Schürfwunden, teilte die Familie nach dem Unfall mit. Wegen ihrer schweren Kopfverletzung sei sie sogar in ein künstliches Koma versetzt worden. Das und weitere Maßnahmen sollten den Druck auf ihr Gehirn mindern. Weitere Operationen in den Wochen darauf folgten. Dabei wurde unter einem ein Schlauch zur Nahrungsaufnahme gelegt. Die OPs verliefen gut, so dass die Hoffnung auf die Genesung wuchs.

    Mutter und Schwester reisten in die USA

    Katharina Preu lebt seit rund vier Jahren in den Vereinigten Staaten und macht dort eine spezielle Ausbildung als Krankenschwester. Um bei ihrer Tochter zu sein, reiste Mutter Friederike Preu mit ihrer zweiten Tochter in die USA. Täglich besuchten die beiden Katharina im Krankenhaus. Während der kompletten Zeit ihres Aufenthalts konnten sie bei der Familie wohnen, bei der auch die 28-Jährige lebt und als Nanny arbeitet.

    Heimreise vor Weihnachten?

    Eigentlich sollte Katharina Preu noch vor Weihnachten nach Nürnberg geflogen werden, erklärt ihr Bruder. Doch eine Entzündung im Bauchraum verhinderte das. Ihr Zustand sei nicht stabil genug für einen Rückflug gewesen. Inzwischen war Katharinas Mutter alleine in den USA, da ihre Schwester wieder zurückreisen musste. Eine weitere Operation im Januar folgte, bis sich der Zustand der Patientin verbesserte. Seit Oktober befindet sich die 28-Jährige durchgehend im Krankenhaus.

    Crowdfunding für Heimflug

    Weil Katharina Preu in den USA lebt, hatte sie keine deutsche Krankenversicherung. Dennoch ist es ihr Wille gewesen, in ihre Heimat zurückzufliegen. Die Kosten für einen solchen Krankentransport liegen jedoch bei rund 120.000 Euro, so Julius Preu. Viele Telefonate und Verhandlungen mit Fluggesellschaften später, schaffte er es jedoch, einen Flug für 70.000 Euro zu organisieren, der seine Schwester zurückbringen sollte, sobald es ihr besser ging. Um das zu finanzierten startete er ein Crowdfunding, das unerwartet innerhalb von drei Monaten über 50.000 Euro einbrachte. "Die Information verbreitete sich wie ein Lauffeuer", sagte Preu dem BR. Viele halfen mit kleineren Beträge, eine Person habe aber sogar 2.000 Euro gespendet. Zu den Spenden kamen viele Genesungswünsche. Diese seelische Unterstützung sei überwältigend gewesen, so der Bruder der Verunglückten. Katharina sei bekannt und beliebt in Altdorf, aber das habe er erwartet.

    Flug am Mittwoch

    Mithilfe der Fluggesellschaft FAI konnte Katharina Preu am vergangenen Mittwoch (10.02.21) nach Nürnberg fliegen. Sogar mit einem größeren Flugzeug, das normalerweise doppelt so viel gekostet hätte, satt Julius Preu. Auch hier half ein Altdorfer, der Kontakte zur FAI hat, um die Familie zu unterstützen. Inzwischen ist Katharina im Klinikum Nürnberg und ihr Zustand verbessere sich von Tag zu Tag.

    Nächster Schritt: Reha

    Noch viele Monate werde es dauern, bis die 28-Jährige genesen ist, so ihr Bruder. Die Familie hofft daher, dass sie so bald wie möglich in einer Reha-Klinik behandelt werden kann. Das zu organisieren sei nicht leicht, da Katharina erst seit kurzem in Deutschland krankenversichert ist. Aktuell sei noch nicht sicher, wie schnell ein Platz frei werde. Für ihre Genesung wolle Katharina auf jeden Fall in ihrer Heimat bleiben.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!