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Christian Ude (SPD), ehemaliger Münchener Oberbürgermeister, zapft mit Mund-Nasen-Schutz im Schillerbräu das erste Fass an.

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    Alt-OB Christian Ude eröffnet Münchner Wirtshaus-Wiesn

    Zum ursprünglich geplanten Start des coronabedingt abgesagten Oktoberfests hieß es um 12 Uhr in mehreren Wirtshäusern "O'zapft is". Ex-OB Ude stach im Schillerbräu im Bahnhofsviertel an. Doch mit nur zwei Schlägen schaffte er es dieses Mal nicht.

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    • BR24 Redaktion

    Zum ursprünglich geplanten Start des coronabedingt abgesagten Oktoberfests hieß es am Samstag um 12.00 Uhr in mehreren Wirtshäusern "O'zapft is". Der frühere Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD), seinerzeit Anzapfkönig, stach im Schillerbräu im Bahnhofsviertel an - mit zwei Schlägen - und noch "einer Handvoll weiterer", wie er sagte. Denn der Zapfhahn saß nicht richtig, am Boden bildete sich schon eine Bierpfütze. Er habe nach den ersten beiden Schlägen vorsichthalber noch sechs nachgesetzt.

    Vorm Anzapfen "frisch durchgeschüttelt"

    Das Fass fasste nur 20 Liter - der sogenannten "Hirschen" auf der Wiesn ist mehr als zehnmal so groß und hat mehr als 200 Liter. Dafür sei es "frisch durchgeschüttelt" gewesen, wie Ude sagte. Es war kurz vor dem Anzapfen aufgestellt worden - bei der echten Wiesn passiert dies tags zuvor, das Fass wird dann nicht mehr bewegt. Zuletzt hatte Ude als OB 2013 auf dem Oktoberfest angezapft - mit zwei Schlägen. Er war der erste OB in der Wiesn-Geschichte, der das geschafft hatte.

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    Der frühere Münchner OB Christian Ude stach um 12 Uhr im Schillerbräu im Bahnhofsviertel das erste Faß an.

    Mit Wiesnbier und Corona-Regeln

    Mit der "Wirthaus-Wiesn" wollen Wirte in mehr als 50 Gasthäusern bis zum 4. Oktober etwas Oktoberfeststimmung schaffen - unter Einhaltung der Corona-Regeln, aber teils mit Blasmusik und Wiesnbier.

    Alkoholverbot auf der Wiesn

    Auf dem eigentlichen Festgelände selbst, auf der Theresienwiese selbst, gilt seit dem Morgen ein Alkoholverbot - damit sollten wilde Wiesn-Partys mit unkontrolliertem Infektionsrisiko verhindert werden.

    Appell an die Vernunft

    Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), der sonst das erste Fass angestochen hätte, feiert am Samstag nicht. Er betonte, es werde engmaschig kontrolliert. Er werde etwas wehmütig an den Anstich denken, habe aber keine Alternativen geplant, so Reiter. Alle, die trotzdem feiern wollten, bat er um Einhaltung der Corona-Regeln.

    Kritik an Wirtshaus-Wiesn

    Auf Twitter gibt es unter anderem Kritik daran, dass nach dem Überschreiten des Signalwert von 50 Corona-Infizierten pro 100.000 Einwohner ältere Schüler am Montag in München mit Maske in der Schule sitzen müssten, am Wochenende aber in den Wirtshäusern gefeiert werde. "Die Kinder müssen sich einschränken, die doofe WirtshausWiesn darf stattfinden", schrieb ein Nutzer. Ein anderer fand es "unverantwortlich", die Veranstaltung in der aktuellen Situation nicht abzusagen.

    Krisenstab berät Maßnahmen

    Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hatte stets zur strikten Einhaltung der Regeln aufgerufen und betont, es werde engmaschig kontrolliert. Anfang der Woche soll sich ein Krisenstab treffen. Reiter sagte dem Bayerischen Rundfunk: "Ich glaube nicht, dass wir weitergehende Maßnahmen schon am Montag treffen werden. Sondern da müsste schon der Wert entweder deutlicher steigen oder über längere Zeit über 50 bleiben. Das werden wir erst Mitte der nächsten Woche, Ende der nächsten Woche sehen." Dann würden die nächsten Entscheidungen getroffen.

    Schwankende Zahlen von Neuinfektionen

    München hatte am Freitag mit 50,7 den Grenzwert überschritten, ab dem verstärkte Infektionsschutzmaßnahmen vorgesehen sind. "Angesichts steigender Zahlen an Neuinfektionen mit Covid-19 sehe ich eine 'Wiesn light' eher skeptisch bis sorgenvoll", sagte der Chefarzt der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing, Clemens Wendtner vor wenigen Tagen.

    Nach Berechnungen des städtischen Gesundheitsamtes liegt die aktuelle 7-Tage-Inzidenz in der Landeshauptstadt am Samstag bei 54,16.

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