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Münchner Runde vom 17.10.2018

Farbenspiele in der Münchner Runde. Schwarz-Orange oder Schwarz-Grün? Darüber diskutieren drei Tage nach der Landtagswahl Journalisten, ein Politikwissenschaftler und ein Schauspieler im BR Fernsehen. Schnell sind sie sich einig: Alle Zeichen stehen auf Schwarz-Orange, also einer Koalition aus CSU und Freien Wählern.

Freie Wähler könnten in „zu heftige Umarmung“ geraten

Darin könnte aber eine gewisse Gefahr liegen, meint Schauspieler und Kabarettist Michael Lerchenberg. Er erinnert daran, dass die FDP als Verlierer aus der Koalition mit der CSU ging und bei der nächsten Wahl 2013 prompt aus dem Landtag gewählt wurde.

"Spannend wird, wie die Freien Wähler diese Koalition dann überleben. (…) Wenn die Umarmungen zu heftig sind, ob der Umarmte dann noch Luft zum Atmen hat und das überlebt." Schauspieler Michael Lerchenberg

Oberreuter sieht "Alpha-Aiwanger" gut vorbereitet

Prof. Heinrich Oberreuter am 17.10.2018 in der Münchner Runde

Prof. Heinrich Oberreuter am 17.10.2018 in der Münchner Runde

Da hat Politikwissenschaftler Prof. Heinrich Oberreuter keine Zweifel. Er sieht den Parteichef der Freien Wähler Hubert Aiwanger als besser vorbereitet als die FDP seinerzeit.

"Zumindest ist der Alpha-Aiwanger gewarnt und er weiß schon um die Erdrückungskraft, die in söderschen oder CSU-Umarmungen liegen kann. Und der Unterschied zwischen der FDP und den Freien Wählern ist: die Freien Wähler haben eine gute kommunale Basis und wissen was verhandelbar ist." Prof. Heinrich Oberreuter

Es sei „sowieso klar“, dass die CSU in einer Koalition mindestens „drei vernünftige Ministerien“ hergeben müsse, meint Politikwissenschaftler Oberreuter. Auch Julia Bönisch, Chefredakteurin von SZ.de sieht Schwarz-Orange als wahrscheinlich an, denn:

"Die beiden arbeiten auf kommunaler Ebene schon sehr gut zusammen." Julia Bönisch, Chefredakteurin SZ.de

Zukunft von Seehofer und Kohnen ungewiss

Sowohl der Parteichef der CSU Horst Seehofer als auch die Spitzenkandidatin der SPD Natascha Kohnen könnten nach der Landtagswahl nun die personellen Konsequenzen zu spüren bekommen. In der Münchner Runde spricht Journalist Christian Deutschländer über eine "Welle", die sich in der CSU aufbaut.

"Diese Welle wird noch anrollen, sie wird sich in erster Linie gegen Seehofer richten und ihn am Ende den Kopf kosten. (…) Ganze Kreisverbände fordern den Rücktritt von Seehofer. Sowas ist brandgefährlich." Christian Deutschländer, Chefkorrespondent Münchner Merkur

Christian Deutschländer, Chefkorrespondent Münchner Merkur

Christian Deutschländer, Chefkorrespondent Münchner Merkur

Schauspieler Michael Lerchenberg fordert dagegen zuerst einmal einen „harten Cut“ an der bayerischen SPD-Spitze. Natascha Kohnen habe im Wahlkampf ein „Ich-Feuerwerk“ abgefeuert, wodurch es nur noch um die Person und nicht mehr um soziale Politik gegangen sei. Am Ende waren alle Gäste der Talkrunde einig, dass die nun kommende Landtagswahl in Hessen wohl über noch über mehr Personaldebatten entscheiden dürfte - dann auch auf Bundesebene.