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Wanderer vor der Kampenwand im Chiemgau
© imageBROKER / Norbert Eisele-Hein

Autoren

Thomas Schustereder
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Wanderer vor der Kampenwand im Chiemgau

Auf Grund der anhaltenden und sehr heißen Schönwetterperiode waren in diesem Sommer besonders viele Menschen beim Bergsteigen und Wandern. Das teilte der Deutsche Alpenverein (DAV) in einer vorläufigen Bilanz des Bergsommers mit.

Weitere Folgen des auch in den Alpen außergewöhnlich heißen und trockenen Sommers waren Wasserknappheit auf Berghütten und eine prägende Veränderung der Bergwelt, teilte der Deutsche Alpenverein (DAV) in einer vorläufigen Bilanz des Bergsommers mit.

Gäste und Übernachtungen in den Bergen sind deutlich gestiegen

Der Traumsommer 2018 habe den meisten Hütten des Deutschen Alpenvereins eine steigende Besucherzahl beschert, so Hanspeter Mair vom DAV. Sowohl die Zahl der Tagesgäste als auch die der Übernachtungen sei deutlich angestiegen. Auf die gesamte Saison gesehen handele es sich um eine Steigerung von fünf bis zehn Prozent. "Viele Hütten", so Mair, "sind aufgrund der guten Wettervorhersagen für September und des anhaltend beständigen Wetters bis zum Saisonende ausgebucht".

Auf Alpenvereinshütten, die auf Regenwasser angewiesen sind, sei es laut DAV häufig zu Wasserknappheit gekommen. "Die Bereitstellung von Getränken ist dadurch nicht beeinträchtigt", so Mair vom DAV, "die Wasserversorgung auf der Hütte für Toiletten oder Duschen hingegen schon". So mussten auf einigen Hütten die Duschen wegen Wassermangels gesperrt werden.

DAV warnt vor dem Tauen des Permafrostes

Im Hochgebirge und vor allem auf den Gletschern hat der Hitzesommer 2018 laut Deutschem Alpenverein drastische Auswirkungen. Alpinisten müssten beispielsweise Umwege gehen, da Gletscher nicht mehr über den ursprünglichen Weg betreten werden könnten.

Außerdem warnt der Deutsche Alpenverein vor dem Tauen des Permafrostes. "Permafrost ist der Klebstoff der Alpen", so Mair. "Er erfüllt eine wichtige Funktion im Hochgebirge: Solange Boden, Schutthalden oder Felswände gefroren sind, sind sie auch stabil." Bei Erwärmung drohen jedoch Hangbewegungen, Steinschlag und im schlimmsten Fall größere Felsstürze. Auch die Steinschlaggefahr könne durch den schmelzenden Permafrostboden steigen. In den Bayerischen Alpen, etwa an der Zugspitze, den Allgäuer Hochalpen oder am Watzmann gibt es Permafrost.

Wanderer vor der Kampenwand, Chiemgau

Wanderer vor der Kampenwand, Chiemgau

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Thomas Schustereder

Sendung

Regionalnachrichten aus Oberbayern vom 29.08.2018 - 13:30 Uhr