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Alm-Knigge für Wanderer | BR24

© pa/dpa/Paul Mayall

Begegnung von Kühen und Touristen mit Hund auf Alm

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    Alm-Knigge für Wanderer

    Der herrliche Sommer lockt viele Wanderer in die Berge. Doch immer wieder kommt es zu Zwischenfällen mit dem Weidevieh: Denn an freilaufende Hunde und Selfies mit Touristen sind die tierischen Almbewohner nicht gewohnt.

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    Es ist ein herrlicher Sommertag in Bayrischzell. Die Berge und das Leitzachtal locken zum Aufstieg. Viele Wanderer sind unterwegs. Und nicht nur sie: Die Region ist Weidegebiet. Kühe, Kälber, Ziegen verbringen die Sommermonate auf der Alm. Und nicht alle Freizeitsportler wissen, wie man sich hier richtig verhält. Immer wieder kommt es zu Missverständnissen mit Weidevieh, meint Willy Kravanja. Er ist ausgebildeter Almführer und weiß, was man beachten sollte:

    “Man soll auf keinen Fall den Weg verlassen und wenn man einen Hund dabei hat, unbedingt darauf achten, dass der Hund die Kühe nicht jagt. Es ist leider immer wieder zu Unfällen gekommen, weil die Leute versucht haben, den Hund an sich zu halten und das muss man vermeiden“. Willy Kravanja, Almführer

    Abstand wahren - gerade bei Kühe mit Kälbern

    Am besten also ruhig vorbeigehen und Abstand halten - vor allem dann, wenn Mutterkühe mit ihren Kälbern dabei sind. Die wollen ihren Nachwuchs gegen vermeintliche Angreifer verteidigen.
    Und da gilt es auf die Körpersignale der Tiere zu achten, sagt Willy Kravanja, bevor es zu spät ist.

    „Da ist es so, dass die Kuh den Kopf nach unten senkt, die Ohren gehen nach vorne, die Hörner, wenn sie noch welche hat, gehen nach vorne und spätestens, wenn sie das Scharren anfängt, hat man etwas falsch gemacht, dann bin ich zu nah“. Willy Kravanja, Almführer

    Manche Zeitgenossen wollen auch am Berg nicht auf ihr Smartphone und das obligatorische Selfie verzichten und rücken den tierischen Almbewohnern nah auf den Pelz. Der Experte kann nur warnen.

    „Eine Bewegung und ein Selfie und schon liegt der Fotograf im Graben." Willy Kravanja, Almführer

    Hunde sind Kühe auf der Alm nicht gewohnt

    Die Alm ist eben kein Streichelzoo, sondern Arbeitsfeld und Wirtschaftsraum. In Bayern gibt es rund 1.400 Almen mit Tierbestand und manchmal sind die Vierbeiner nicht an Wanderer gewöhnt. Die Sennerin Elisabeth Mair arbeitet auf der Geitauer Alm, hoch über Bayrischzell. Ein beliebtes Wanderziel. Die Almbäuerin verarbeitet die Milch ihrer Kühe und Ziegen zu Käse, bewirtet die Gäste mit einfachen Brotzeiten. Besonders ärgert sie sich über die Gedankenlosigkeit mancher Wanderer.

    „Das größte Problem sind die Hunde. Die gehören an die Leine. Weil die Viecher Angst bekommen, dann reagieren die über, dann kriegen die Leute Angst und dann bricht Panik aus. Ein Problem ist auch, wenn die Hunde im Wassertrog der Kühe baden“. Elisabeth Mair, Sennerin

    Almführer Willy Kravanja versucht, Verständnis zu wecken für das Alm- Leben. Und den richtigen Umgang mit den Bergbewohnern. Schließlich lässt sich so ein Almbesuch viel entspannter genießen. Und zwar für beide: Mensch und Tier.