An einem Tisch sitzen drei Frauen. Auf dem Tisch stehen ein Zwetschgenkuchen und drei Schüsseln. Die ältere Dame, die links am Tisch sitzt, schneidet mit einem Messer eine Zwetschge.
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Alltagsbegleiterinnen helfen Senioren

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Gegen die Einsamkeit: Alltagsbegleiter helfen Senioren

Gegen die Einsamkeit: Alltagsbegleiter helfen Senioren

So lange wie möglich eigenständig zu Hause leben: Das ist der Wunsch vieler älterer Menschen. Damit das auf dem Land besser möglich ist, wurde in der Fränkischen Schweiz der Verein Kunreuth aktiv gegründet.

Seit Juni sind im Landkreis Forchheim Alltagsbegleiter im Einsatz, die Senioren zu Hause besuchen. Irmgard Ginzel arbeitet in ihrem Ruhestand noch als Pflegeberaterin und kam zusammen mit dem Kunreuther Bürgermeister Ernst Strian auf die Idee, Senioren auf dem Land zu unterstützen. Dafür wurde der Verein Kunreuth aktiv ins Leben gerufen. Seit Anfang des Jahres bildet der Verein Ehrenamtliche aus, die Senioren ein- bis zweimal pro Woche helfen. Die älteren Menschen sollen dadurch, trotz körperlicher Einschränkungen, so lange wie möglich zu Hause wohnen bleiben können.

Alltagsbegleiter übernehmen für Senioren Aufgaben

Die Alltagsbegleiter kochen mit den Senioren, fahren sie zum Arzt oder kümmern sich um Gartenarbeit oder Haustiere. Inzwischen sind im Landkreis Forchheim 20 Ehrenamtliche unterwegs, bis zum Jahresende werden noch weitere Alltagsbegleiter in Wochenendkursen geschult. Finanziert wird die Alltagsbegleitung über die Pflegeversicherung.

Festangestellte koordiniert Ehrenamtliche

Carmen Sörgel arbeitet seit diesem Jahr in Festanstellung für den Verein. Sie koordiniert die Ehrenamtlichen und führt die Aufnahmegespräche mit den Senioren oder deren Familien. Sörgel war mehr als 20 Jahre in der ambulanten Pflege tätig. In dieser Zeit sei sie in die Haushalte reingekommen und habe viele Erfahrungen sammeln können. Viele Senioren sind den ganzen Tag alleine, weil die Angehörigen arbeiten müssen, erzählt Sörgel. Die Betreuung am Tag für einige Stunden sei eine Nische, die Pflegedienste nicht ableisten könnten.

Seniorin in Gleisenhof bekommt einmal in der Woche Besuch

Nun ist Carmen Sörgel unterwegs in den kleinen Ort Gleisenhof. Dort besucht sie Gunda Hammerand, die inzwischen von einer Alltagsbegleiterin unterstützt wird. Die 89-jährige Seniorin bekommt einmal pro Woche Besuch von Gerlinde Engelhard. Die 59-Jährige hilft der 89-Jährigen beim Kochen oder unterhält sich mit ihr. Beide haben sich von Anfang an gut verstanden, denn sie kennen sich aus dem Ort und waren in der Landwirtschaft tätig, erzählt Gerlinde Engelhard.

Heute backen die beiden einen Zwetschgenkuchen und plaudern dabei. Gunda Hammerand schneidet die Zwetschgen und ihre Alltagsbegleiterin belegt den Kuchen. Hammerand habe inzwischen viele Enkel und Urenkel, die sich über den Kuchen freuen werden, so Alltagsbegleiterin Engelhard.

Alltagsbegleiterin macht Pläne für gemeinsame Aktivitäten

Die 89-jährige Gunda Hammerand will so lang wie möglich in ihrem Haus in Gleisenhof bleiben. Alltagsbegleiterin Engelhard hat mit ihr schon Pläne für die kommenden Wochen gemacht. Sie wollen Hammerands Schwester im Altenheim besuchen und auf den Friedhof gehen, erzählt Engelhard. Hammerand freut sich auf die Aktivitäten, auch wenn sie nicht mehr so mobil ist und schlecht hört. Ihre Schwester sei nun im Altenheim und habe viel weniger Besuch und Gespräche als sie zu Hause, erzählt die 89-Jährige.

Weitere Alltagsbegleiter gesucht

Bis zum Jahresende werden noch weitere Alltagsbegleiter in Kunreuth geschult. Jeder kann sich bewerben, der ein- bis zweimal im Monat Zeit und Lust hat, ältere Menschen im Landkreis Forchheim zu unterstützen. Die Alltagsbegleiter dürfen selbst entscheiden, ob sie etwas gemeinsam mit den Senioren unternehmen wollen oder sich alleine um Hausarbeit oder Besorgungen kümmern. So sollen noch mehr ältere Menschen in der Fränkischen Schweiz zu Hause Hilfe bekommen.

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Viele ältere Menschen haben den Wunsch, eigenständig zuhause zu leben. Auf dem Land ist das nicht immer so einfach umsetzbar.

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