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Allgemeinverfügung: Landkreis Miesbach will keine Tagestouristen | BR24

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Bildrechte: BR/Herbert Ebner

Ein Schild des Landratsamts Miesbach

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    Allgemeinverfügung: Landkreis Miesbach will keine Tagestouristen

    Auch der Landkreis Miesbach will touristische Tagesausflügler ausschließen. Eine ab heute geltende Sonderregelung erlaubt das, sobald die 7-Tage-Indzidenz über 200 liegt. Zahlreiche Corona-Hotspots setzen die Regelung auch um.

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    Von
    • Julia Binder
    • Theresa Krinninger

    Im Landkreis Miesbach ist die 7-Tage-Indzidenz über 200 gestiegen. Das nimmt der Landrat zum Anlass, touristische Tagesausflüge zu untersagen. Die ab heute geltende Rechtsverordnung erlaubt diese Einschränkung.

    Kontakte in Corona-Hotspots unterbinden

    Der Miesbacher Landrat Olaf von Löwis (CSU) ist erleichtert, dass er jetzt die rechtliche Möglichkeit hat. Der unheimliche Ansturm auf die Ausflugsziele, vor allem zum Spitzing- und Schliersee, habe nicht nur dafür gesorgt, dass der Verkehr zusammenbricht. Auch viele Knochenbrüche und Verletzungen haben das ohnehin knappe Personal im Kreiskrankenhaus Agatharied enorm belastet.

    "Wir sind nach wie vor ein gastfreundlicher Landkreis und wollen es auch bleiben", betonte von Löwis im Gespräch mit dem BR. Sobald die Infektionszahlen runtergehen, würde er sich wieder sehr über Ausflügler – auch aus München – freuen. Doch im Moment gehe es einfach darum, die Mobilität und Kontakte zu vermindern, "weil wir nicht wollen, dass dieser Corona-Virus sich weiter ausbreitet", so der Landrat.

    Konsequente Kontrollen mit Hilfe der Polizei

    Im Moment werde mit Hochdruck daran gearbeitet, die Allgemeinverfügung zu erlassen. Dabei müsse aber ein "gewisses Prozedere" eingehalten werden. Man sei noch im Genehmigungsprozess. Aus diesem Grund werde es vermutlich noch ein paar Tage dauern, bis die Allgemeinverfügung in Kraft ist.

    Kontrolliert werden soll mit Hilfe der Polizei dann von Anfang an konsequent. Ein erster Anhaltspunkt seien dabei natürlich die Autokennzeichen.

    Die Allgemeinverfügung, dass die Einreise in den Landkreis Miesbach aus touristischen Zwecken untersagt ist, soll vorerst durchgehend aufrechterhalten werden. Solange die Inzidenz um die 200 pendelt, müsse für Kontinuität gesorgt und die Besucher im Landkreis minimiert werden, so Olaf von Löwis.

    Allgemeinverfügung auch im Berchtesgadener Land

    Die zuständigen Juristen aus dem Landkreis Miesbach stehen in enger Abstimmung mit denen im Landratsamt Berchtesgadener Land, da auch dort eine Allgemeinverfügung in Kraft treten soll, um Tagesausflüge zu untersagen. So heißt es von dort, Landrat Bernhard Kern wird heute Nachmittag eine Allgemeinverfügung erlassen. Das teilte eine Sprecherin auf BR-Anfrage mit. Weitere Informationen zum genauen Wortlaut der neuen Bestimmungen wird das Landratsamt am Nachmittag bekannt geben.

    Die Kreisverwaltungsbehörde trifft damit über eine Sonderregelung weiterführende Anordnungen zur Pandemiebekämpfung, da der Sieben-Tage-Inzidenzwert am vergangenen Wochenende auf 325 Neuinfektionen stieg (Quelle: RKI). Damit ist das Berchtesgadener Land wieder der Corona-Hotspot in Bayern mit den meisten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Bereits im Oktober 2020 verhängte das Landratsamt aufgrund hoher Infektionszahlen deutschlandweit als erster Landkreis einen teilweisen Lockdown.

    Lesen Sie hier, welche Landkreise außerdem Tagestouristen aussperren.

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