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Allgäuer Tierskandal: Virus verstärkte hohe Kälbersterblichkeit | BR24

© dpa-Bildfunk

Die Staatsanwaltschaft Memmingen ermittelt gegen den Betreiber eines Hofes in Bad Grönenbach wegen Tierquälerei.

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Allgäuer Tierskandal: Virus verstärkte hohe Kälbersterblichkeit

Die hohe Kälbersterblichkeit in dem unter Tierquälerei-Verdacht stehenden Betrieb in Bad Grönenbach ist nach Auskunft des Landratsamts Unterallgäu unter anderem auf die Ausbreitung einer Viruserkrankung zurückzuführen.

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Offenbar hat der umstrittene Landwirtschaftsbetrieb in Bad Grönenbach über Jahre eine Viruserkrankung nicht in den Griff bekommen. Wie das Landratsamt am Freitag dem Bayerischen Rundfunk mitteilte, gab es seit 2015 eine massive Ausbreitung der so genannten BVD-Erkrankung auf dem Hof. Das Landratsamt habe bereits vor vier bis fünf Jahren eine Impfung gegen diesen Virus angeordnet, sagte der stellvertretende Leiter des Veterinäramts Hubert Rainer.

Landratsamt: Betrieb hat Impfungen nicht gründlich genug durchgeführt

Erst heuer sei ein Erfolg messbar. Im Jahr 2019 hat es demzufolge noch keinen Fall gegeben. Als Erklärung für diesen langen Zeitraum sagte Rainer dem BR wörtlich: "Die Impfung wurde vom Betrieb nicht so gründlich durchgeführt. Außerdem können bei so einem großen Bestand durch Zukauf immer wieder infizierte Tiere dazukommen." Schon bei wenigen infizierten Tiere könnten sich weitere Tiere im Bestand anstecken, so der Behördenvertreter.

Mit dem Bovine Virus-Diarrhoe, kurz BVD, stecken sich die Kälber schon im Mutterleib an. Nach Auskunft des Unterallgäuer Landratsamtes wird seit 2011 bei allen Kälbern eine Gewebeprobe genommen, um zu testen, ob die Tiere mit dem Virus infiziert sind. Bei positivem Ergebnis müssen die Tiere getötet werden.

Mehrere Gründe für hohe Kälbersterblichkeit

Laut Rainer ist die BVD-Erkrankung nur eine Erklärung für die hohe Kälbersterblichkeit in dem Betrieb. "Durch die hohe Zahl an Tieren gibt es viele Krankheitserreger, die die Kälbersterblichkeit bedingen", so Rainer wörtlich. Gestern war bekannt geworden, dass die Kälbersterblichkeit in dem Betrieb weit über dem Durchschnitt liegt.

© BR

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