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Allgäuer Tierskandal: Ermittlungen gegen weiteren Großbauern | BR24

© Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Eine Kuh in einem landwirtschaftlichen Großbetrieb

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Allgäuer Tierskandal: Ermittlungen gegen weiteren Großbauern

Nach dem Tierquälerei-Skandal in Bad Grönenbach steht ein weiterer Großbetrieb aus dem Allgäu wegen Vorwürfen der Tierquälerei im Visier der Behörden: Die Staatsanwaltschaft Memmingen teilte mit, dass sie Ermittlungen aufgenommen habe.

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Der Tierquälerei-Skandal im Allgäu weitet sich aus: Neben dem Milchviehbetrieb in Bad Grönebach steht ein zweiter Großbauer unter Verdacht. Die Memminger Staatsanwaltschaft bestätigte dem BR, dass gegen einen weiteren landwirtschaftlichen Betrieb aus dem Landkreis Unterallgäu wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz ermittelt wird.

Wo genau sich der Hof befinden soll, wollte der Leiter der Memminger Staatsanwaltschaft, Christoph Ebert, nicht sagen. Er sprach von einem "gleichen Phänomen in einem ähnlichen Umfeld" wie im bereits bekannten Fall Bad Grönenbach.

Anlass der Ermittlungen seien anonyme Hinweise auf Verstöße in der Tierhaltung des Großbauern gewesen, bestätigte Ebert. Wenn Anzeigen so konkret würden, müsste die Staatsanwaltschaft dem nachgehen, so Ebert, "insbesondere in diesen Zeiten".

Vermehrt Hinweise auf Verstöße gegen Tierwohl

Das Landratsamt Unterallgäu wollte zunächst keine Einschätzung zum Ausmaß der Verstöße bekanntgeben. Bei einer Kontrolle seien dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) jedoch Mängel aufgefallen. Die Behörde habe daraufhin Auflagen gegen den Betreiber erteilt.

Seit den Ermittlungen gegen den Hof in Bad Grönenbach erhält das Landratsamt vermehrt Hinweise auf Verstöße gegen das Tierwohl. Meist seien diese anonym, sagte eine Sprecherin des Landratsamts. Das Veterinäramt gehe diesen Hinweisen nach und kontrolliere die entsprechenden Betriebe.

Grausame Misshandlung von Kühen

Der Hof in Bad Grönenbach soll seit Jahren gegen den Tierschutz verstoßen haben. Filmaufnahmen des Tierrechtsvereins "Soko Tierschutz" zeigen, wie Kühe getreten, geschlagen oder durch den Stall geschleift werden. Außerdem habe es für die Tiere zu wenig Wasser und Futter gegeben.

Zur Aufklärung der Vorwürfe gründete die Polizei eine 30-köpfige Sonderkommission. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen neun Verdächtige, darunter der Inhaber, Mitarbeiter sowie drei Tierärzte.

Die bayerische Staatsregierung hatte kürzlich beschlossen, die Überwachung für solche Großbetriebe neu organisieren zu wollen. Verbraucherschutzminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) möchte deshalb 25 neue Tierärzte einstellen.