© Markus Reichart, Bürgermeister von Heimenkirch

Die Flüchtlinge aus Syrien werden wohl noch lange im Libanon bleiben müssen - die Gemeinde Heimenkirch sorgt dafür, dass ihr Leben leichter wird.

Eine sechsköpfige Delegation der Gemeinde Heimenkirch ist diese Woche (Ankunft Dienstag, 11.9., Rückflug Samstag 15.9.) zu Gast im Libanon, um die Partnerschaft mit einer libanesischen Gemeinde nicht nur in der Theorie zu besprechen, sondern die Vorhaben konkret anzugehen. Bürgermeister Markus Reichart erklärte im Gespräch mit dem BR-Studio Schwaben, bei der Zusammenarbeit mit der Gemeinde Ghazzé nahe der Grenze zu Syrien gehe es vor allem darum, einen ehemaligen Park mit neuem Leben zu füllen.

Allgäuer erleichtern den Flüchtlingen im Libanon das Leben

In Ghazzé leben rund rund 6.000 Einwohner – vor den Toren des Ortes leben mehr als 30.000 Flüchtlinge aus Syrien, viele von ihnen in einfachen Zelten auf engstem Raum. Zwischen dem Ort und dem Flüchtlingscamp liegt eine Grünanlage, die früher als Park genutzt wurde. Dieser Park soll mit der technischen und praktischen Hilfe aus Heimenkirch wieder mit neuem Leben erfüllt werden, die Allgäuer werden die Entwässerung der Fläche übernehmen, um sie auch bei widrigen Wetterverhältnissen nutzen zu können, sie werden Brunnen bohren und sanitäre Anlagen errichten.

Ein Park für Libanesen und Flüchtlinge aus Syrien

Eine niederländische Vereinigung plant in Ghazzé Schulen und einen Sportplatz einzurichten. Nutzen sollen den Park Libanesen wie Syrer, er soll zu einem Ort der Begegnung werden. Reichart betont, man wolle den Libanesen keineswegs deutsche Technik und Auffassungen überstülpen, sondern es sei ein Projekt auf Augenhöhe, man wolle voneinander lernen, um einander künftig besser zu verstehen.

Die Flüchtlinge werden viele Jahre im Libanon bleiben müssen

Laut Reichart rechnen die Menschen im Libanon nicht damit, dass schon in naher Zukunft die syrischen Flüchtlinge wieder in ihre Heimat zurückkehren, vielmehr sei man dort überzeugt, dass die aktuell angespannte Lage mit Millionen geflüchteten Syrern im Libanon durchaus noch etwa zehn Jahre andauern könne.

Der Bund sichert die Flüchtlingshilfe finanziell voll ab

Deshalb, so zeigt sich Reichart im BR-Gespräch überzeugt, sei es wichtig, dass auch kleine Kommunen wie die fünf Gemeinden aus dem Allgäu (Heimenkirch, Gestratz, Hergatz, Opfenbach und das baden-württembergische Amtzell) sich für eine Verbesserung der Situation einsetzen. Zumal das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung dieses Engagement mit dem Vorhaben „Kommunales Know-How für Nahost“ voll und ganz finanziell absichere.

Einen Mitstreiter hat Heimenkirch wohl auch schon gewonnen, laut Markus Reichart will sich auch der Landkreis Traunstein im Libanon engagieren.

Flüchtlingen helfen und voneinander lernen - darum geht's beim Libanon-Projekt der Allgäuer Gemeinden

Flüchtlingen helfen und voneinander lernen - darum geht's beim Libanon-Projekt der Allgäuer Gemeinden

Autoren

Doris Bimmer
Roswitha Polaschek

Sendung

Mittags in Schwaben vom 14.09.2018 - 10:05 Uhr