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Allgäuer Familie in Dauer-Quarantäne: So reagiert die Behörde | BR24

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Keiner geht wohl gerne in die Selbstisolation und für viele Menschen und deren Familien ist diese Situation sehr belastend. Wann Quarantäne aber zwingend sein muss, was die Corona-Warnapp aussagt - darüber sprechen wir im Studio.

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Allgäuer Familie in Dauer-Quarantäne: So reagiert die Behörde

Familie Schilling war wochenlang in Quarantäne und fühlte sich vom Gesundheitsamt zum Teil schlecht informiert. Die Behörde hat sich jetzt erklärt: Arbeitsüberlastung sei der Grund, warum Mitarbeiter in Einzelfällen nur knappe Auskunft geben.

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Von
  • Viktoria Wagensommer
  • Rupert Waldmüller
  • Veronika Scheidl

"Wir sind am Anschlag, und zwar seit mehreren Wochen, und deswegen kann es auch einmal "rumpeln" an der einen oder anderen Stelle. Aber wir tun alles dafür, das Heft des Handelns nicht aus der Hand geben zu müssen", heißt es in einer Stellungnahme der Pressestelle des Landratsamts. Von dieser Überlastung betroffen ist offenbar Familie Schilling aus Niedersonthofen im Oberallgäu - die war wochenlang in Quarantäne und fühlte sich vom Amt schlecht informiert.

Hin und Her bei den Corona-Tests

Die Testergebnisse des 31-jährigen Familienvaters waren Anfang Oktober zunächst positiv, dann zwei Wochen später negativ. Als sich Kilian Schilling, der immer noch schnell außer Atem ist und ein komisches Gefühl im Hals hat, wegen eines wichtigen Arzttermins noch einmal testen ließ, war das Ergebnis plötzlich wieder positiv. Also erst mal wieder Quarantäne für die ganze Familie.

Kaum Infos vom Gesundheitsamt - trotz positiver Corona-Tests

Wie dieses Hin und Her zu erklären ist, dazu gab es keine Infos vom Gesundheitsamt, sagt die Familie. Um Kilian Schilling hing selbst stundenlang in der Telefon-Warteschleife, um überhaupt fragen zu können, was der erneute positive Test nun für die Familie bedeutet. In den Zeiten, in denen offiziell keine Quarantäne angeordnet, aber auch nicht aufgehoben war, blieb die Familie aus Sicherheitsgründen vorsorglich zu Hause.

Wenn Corona das Haus zum Gefängnis macht

Fast fünf Wochen lang waren alle Schillings so gut wie durchgehend daheim. Frische Luft gab‘s nur im kleinen Garten. Der Papa schlief im Wohnzimmer, mit Emma kuscheln und abends vorlesen übernahm die Mama - und sonst versuchten sie Abstand zu halten, so gut das eben geht mit einer Fünfjährigen und einem Säugling.

Ein erlösender Anruf nach langer Unsicherheit

Am 10. November, vier Tage nach dem zweiten positiven Befund, bekam Kilian Schilling dann endlich einen Anruf von einer Ärztin im Gesundheitsamt. Das Ergebnis: Weil seine Tochter und seine Frau nach wie vor symptomfrei sind und auch negativ getestet wurden, waren sie nun offiziell von der Quarantäne befreit. Kilian Schilling soll aber noch zwei Wochen daheim bleiben. Einige Patienten tragen das Virus wohl länger in sich. Ansteckend ist Kilian aber vermutlich nicht mehr.

Endlich wieder Fahrradfahren

Trotz all dem Ärger um die wochenlange Quarantäne wollen alle Schillings erst mal noch freiwillig zuhause bleiben, sicherheitshalber. Sie wollen niemanden treffen, um ganz sicher zu gehen, dass das Ganze bald ein Ende hat. Nur erste Fahrradtouren mit Hund Rocky und der fünfjährigen Emma traut sich Bianca Schilling wieder zu machen: So kommen sie schnell und weitgehend ohne andere Menschen zu treffen aus der Ortschaft raus und sie können endlich den goldenen Herbst genießen.

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