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Allgäuer Alpen: Bis Dienstag droht Extremwetter | BR24

© Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Ein Räumfahrzeug befreit den Parkplatz eines Supermarktes in Kaufbeuren vom Schnee (Archivbild).

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    Allgäuer Alpen: Bis Dienstag droht Extremwetter

    In den Allgäuer Alpen drohen extreme Unwetter. Gebietsweise werden bis Dienstag 150 Zentimeter Neuschnee erwartet, dazu Sturmböen mit bis zu 100 km/h. Züge bleiben stehen, auf den Straßen drohen lange Staus - und in den Bergen Lawinen.

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    Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für die Allgäuer und Ammergauer Alpen die höchste Warnstufe 4 ausgerufen. Bis Dienstag sollen oberhalb 800 Meter verbreitet um die 50, in den Staulagen bis zu 150 Zentimeter Neuschnee fallen. In den Hochlagen kann es zu Sturmböen mit 100 km/h, auf den höchsten Gipfeln sogar zu Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten bis 130 km/h kommen.

    Warnung vor "extremen Gesamtschneehöhen"

    Der DWD warnt deshalb auch vor "extremen Gesamtschneehöhen", die durch Verwehungen entstehen könnten und der Gefahr von Schneebruch. Am Sonntag steigt die Schneefallgrenze demnach vorübergehend auf über 1.000 Meter. Dann drohen Gullis überzulaufen, Wasser könnte auf den Straßen stehen, weil die Kanalisation das Schmelzwasser zusätzlich zum Regen möglicherweise nicht mehr aufnehmen kann, sagte der Oberallgäuer Kreisbrandrat Michael Seger dem BR. Außerdem dürfte das einsetzende Tauwetter für eine noch höhere Lawinengefahr sorgen. Der Lawinenwarndienst Bayern gibt die Lawinengefahr in den Allgäuer und Ammergauer Alpen aktuell mit der Stufe 3 "erheblich" an.

    Straßen und Wege gesperrt

    Wintersportlern wird dringend geraten, sich mit Skiern oder Snowboard nur auf markierten und präparierten Trassen zu bewegen. Etwa am Nebelhorn in Oberstdorf wurden wie in weiten Teilen der ganzen bayerischen Alpen in den vergangenen Tagen bereits vorsorglich in abgesperrten Bereichen Lawinen mit Sprengladungen ausgelöst, um sie gesichert abzulassen. Ebenfalls wegen der Lawinengefahr sind in den Landkreisen Ober- und Ostallgäu einige Straßen und Wanderwege gesperrt.

    Fernpass bleibt bis Dienstag zu

    Für weiter kilometerlange Staus dürfte die Sperrung des Fernpasses in den Tiroler Alpen seit der Nacht von Freitag auf Samstag sorgen - eine der wichtigsten Auto-Reiserouten zwischen Deutschland und Österreich. Die Sperre soll mindestens bis Dienstagabend (15.1.) aufrechterhalten werden. Da auch die meisten kleineren Grenzübergänge gesperrt sind, laufen die nächstgelegenen Umfahrungsrouten über Vorarlberg oder über die Inntalautobahn. In ganz Schwaben kam es in den vergangenen Tagen bereits zu zahlreichen Verkehrsunfällen aufgrund von Schnee und Eis.

    Weiter Zugausfälle und Verspätungen

    Auf vielen Zugstrecken in Schwaben kann es ebenfalls zu Beeinträchtigungen durch das Winterwetter kommen. Das nördliche Schwaben war zuletzt bereits von Verspätungen und Zugausfällen betroffen, zum Beispiel zwischen Augsburg und Dinkelscherben. Auch für die nördlichen Landkreise hat der DWD nun Wetterwarnungen für das Wochenende herausgegeben. Es drohen starker Wind, Regen und auch Schnee. Im Allgäu bleiben die Strecken Kempten-Reutte/Tirol und Immenstadt-Oberstdorf nach Angaben der Deutschen Bahn noch bis voraussichtlich Donnerstag (17.1.) komplett gesperrt. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen ist hier jedoch eingerichtet. Auch der Alex-Betreiber Länderbahn teilt mit, wegen der "sich anbahnenden Extremwetterlage im Allgäu" sei mit Einschränkungen zu rechnen.

    Polizei warnt vor Schnee auf Autodächern

    Da der Schnee durch Regen und Tauwetter sehr schwer und hart ist, kann er weiterhin Bäume zum Einsturz bringen, aber auch zum Beispiel Hausdächer. Zahlreiche Turn- und andere öffentliche Hallen in Schwaben sind deshalb momentan bis auf Weiteres gesperrt. Privatleute sollten, wo gefahrlos möglich, vor allem Flachdächer vom Schnee befreien. Die Polizei weist weiter darauf hin, den Schnee dringend auch vor jeder Abfahrt von Autodächern zu entfernen, da herabfallende Brocken nachfolgende Fahrzeuge wie Geschosse treffen könnten.