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Allerheiligen – der stille Feiertag | BR24

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Der 1. November ist ein hoher katholischer Feiertag und in fünf Bundesländern, darunter auch Bayern und Baden-Württemberg, gilt er als arbeitsfrei.

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Allerheiligen – der stille Feiertag

Der 1. November ist ein hoher katholischer Feiertag und in fünf Bundesländern, darunter auch Bayern und Baden-Württemberg, gilt er als arbeitsfrei. Allerheiligen ist gesetzlich ein "stiller Tag" und damit gelten bestimmte Regeln für Veranstaltungen.

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Nach dem bayerischen Gesetz über den Schutz der Sonn- und Feiertage gilt Allerheiligen als stiller Tag, genauso wie beispielsweise Aschermittwoch oder der Buß- und Bettag. Der Schutz beginnt um 2 Uhr und endet um 24 Uhr. In dieser Zeit dürfen keine lauten Veranstaltungen stattfinden.

Ernster Charakter muss gewahrt bleiben

"An den stillen Tagen sind öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen nur dann erlaubt, wenn der diesen Tagen entsprechende ernste Charakter gewahrt ist", heißt es im Gesetz weiter. Sportveranstaltungen sind demnach jedoch erlaubt. Wer dagegen verstößt, muss mit einer Geldbuße von bis zu 10.000 Euro rechnen. An Allerheiligen gedenken Katholiken ihrer Heiligen, denn vor vielen Jahrhunderten bereits erkannte die Kirche, dass nicht für jeden einzelnen ein extra Feiertag eingerichtet werden könne. Traditionell gibt es an diesem Tag zum Beispiel in der Gegend um das Altmühltal auf Spitzlmärkten die "Spitzl", ursprünglich ein Gebäck aus Lebkuchenteig. Mittlerweile wird es in vielen verschiedenen Variationen angeboten.

Der Name sagt es schon

In der Praxis vieler Gläubiger ist das Heiligengedenken längst mit dem Totengedenken am Allerseelentag zu einem Fest verschmolzen. Allerheiligen ist der Tag, an dem die Gräber besucht werden, aber vor allem an Allerseelen, der am 2. November folgt. Theologisch stehen beide Feste in einem Zusammenhang. So gründen Allerheiligen und Allerseelen in der christlichen Überzeugung, dass durch Jesus Christus eine Verbindung zwischen den Lebenden und den Toten besteht.

Vier Festtage in Folge

Allerheiligen ist das "Sammelfest für alle Heiligen", egal ob von der Kirche offiziell als solche anerkannt oder nicht. Eingeführt wurde das Fest bereits um das Jahr 895 von Papst Gregor IV.

Allerseelen als Fest für das gemeinsame Totengedenken wurde 998 von Abt Odilo von Cluny für alle Klöster eingeführt, die der Abtei im französischen Burgund unterstanden. Von dort wurde die Idee bald in der ganzen abendländischen Kirche übernommen.

Halloween (von „All Hallows’ Eve“, der Abend vor Allerheiligen) beschreibt die aus dem katholischen Irland stammenden Bräuche am Vorabend des Allerheiligenfests. Über irische Auswanderer ist diese Tradition zunächst in die USA und von dort – immer wieder verändert – zurück nach Europa gekommen.

Das Reformationsfest feiern evangelische Christen ebenfalls am Tag vor Allerheiligen. Der Reformator Martin Luther soll seine 95 Thesen zu Buße und Ablass am Abend des 31. Oktober 1517 an die Schlosskirche in Wittenberg geschlagen haben.