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Nach Corona-Ausbruch: Hunderte Tests in Garmisch-Partenkirchen | BR24

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In Garmisch-Partenkirchen mischt sich Sorge mit Wut. Dort hatte sich eine junge US-Amerikanerin trotz Corona-Symptomen ins Nachtleben gestürzt und viele andere angesteckt. Nun wird intensiv nach Kontaktpersonen gesucht.

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Nach Corona-Ausbruch: Hunderte Tests in Garmisch-Partenkirchen

Nachdem eine infizierte US-Amerikanerin im Nachtleben von Garmisch-Partenkirchen unterwegs war, lassen sich dort viele Menschen auf das Coronavirus testen. Ob es Konsequenzen für die "Superspreaderin" gibt, wird derzeit geprüft.

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In Garmisch-Partenkirchen haben sich allein am Samstag 340 Menschen auf eine Corona-Infektion testen lassen. Die Tester seien wegen des großen Andrangs bis 21.30 Uhr im Einsatz gewesen, sagte Klemens Reindl, der Leiter des BRK-Kreisverbandes, dem BR. Besonders erfreulich sei, dass viele junge Leute zwischen 18 und 35 Jahren dem Aufruf der Behörden gefolgt seien.

Das sei die Gruppe, die auch im Nachtleben aktiv ist und möglicherweise mit einer infizierten 26-jährigen Amerikanerin Kontakt hatte, betonte ein Sprecher des Landratsamts. Die Frau gilt als "Superspreaderin" und hatte offenbar zahlreiche Menschen mit Covid-19 angesteckt. Viele Infektionsketten lassen sich den Angaben zufolge auf die US-Staatsbürgerin zurückführen, die eine Angestellte beim US-Militär ist. Die Massentests gingen derweil am Sonntag weiter.

Konsequenzen für Superspreaderin nach Corona-Ausbruch unklar

Noch ist unklar, mit welchen Konsequenzen die mutmaßliche Verursacherin rechnen muss. "Das muss geprüft werden. Dazu kann zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage getroffen werden", sagte der Sprecher des Landratsamts. Die junge Frau soll durch die Kneipen gezogen sein, obwohl sie Symptome hatte und in Quarantäne bleiben sollte. Nach Behördenangaben wartete sie ihr Testergebnis aber nicht ab. In Bayern kann bei Verstößen gegen Quarantäne-Auflagen ein Bußgeld von 2.000 Euro verhängt werden.

"Die Dame hat Symptome gehabt, war bei uns bei der Teststation und wurde aufgrund der Symptome aufgefordert, in Quarantäne zu bleiben. Das hat sie aber nicht getan", sagt der Sprecher. Die 26-Jährige sei kurz zuvor aus einem Urlaub in Griechenland zurückgekehrt. Ob sie sich auf der Reise angesteckt hat oder danach in Garmisch-Partenkirchen, das sei aber unklar. "Wo sie sich angesteckt hat, wissen wir nicht", so Scharf.

Kritischer Corona-Grenzwert überschritten

In einem Hotel, in der die Frau arbeitet, wurden nach Angaben des Landratsamts bis Samstag 24 Menschen positiv getestet. Insgesamt belief sich die Zahl der Neuinfektionen bis Samstag auf 37. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 54 und damit über der kritischen Marke von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen. "Die müssen sich natürlich nicht alle bei ihr angesteckt haben", betonte der Sprecher. Das Landratsamt rechnet aber mit einem weiteren deutlichen Anstieg der Zahlen und hat darum Einschränkungen angeordnet.

Bürgermeisterin: Einsatzkräfte gut vorbereitet

Elisabeth Koch, die Bürgermeisterin von Garmisch-Partenkirchen, bezeichnete es als Riesenglück, dass das Rote Kreuz und die anderen Einsatzkräfte seit dem G7-Gipfel besonders gut ausgebildet seien für Krisensituationen. Das umfasst die Organisation der Teststation und die ganzen Abläufe und Absprachen im Infektionsschutz.

Koch betonte zudem, die Gruppe der positiv Getesteten sei ein gut eingrenzbarer Personenkreis. Touristen beispielsweise seien nicht betroffen, auch nicht weite Teile der Bevölkerung.

Insgesamt sei es richtig, dass der Nachtbetrieb der Gastronomie ab 22 Uhr nun unterbrochen sei, wie es die derzeit gültige Allgemeinverfügung des Landkreises Garmisch-Partenkirchen vorsehe, so Koch. Morgen sollen weitere Testergebnisse vorliegen, dann werde der Krisenstab über weitere Maßnahmen nachdenken.

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