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Alkoholverbote an bayerischen Bahnhöfen werden ausgeweitet | BR24

© BR / Moritz Steinbacher

Pöbeleien, Schlägereien und Diebstahl - die Gegenden rund um die Bahnhöfe gelten in vielen Städten als Brennpunkte. Durch Alkoholverbote sollen sie sicherer werden. In München soll es jetzt ausgeweitet werden.

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Alkoholverbote an bayerischen Bahnhöfen werden ausgeweitet

Pöbeleien, Schlägereien und Diebstahl - die Gegenden rund um die Bahnhöfe gelten in vielen Städten als Brennpunkte. Durch Alkoholverbote sollen sie sicherer werden. Viele Regelungen werden jetzt ausgeweitet.

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Für die Münchner Polizei ist es eine Erfolgsgeschichte: 2016 hatte sich die registrierte Gesamtkriminalität im inneren Bereich des Hauptbahnhofes im Vergleich zu 2015 mehr als verdoppelt. Die Stadt München reagierte mit einem Alkoholverbot zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr früh. Mit Erfolg, wie es sich aus dem Sicherheitsreport des Polizeipräsidium München entnehmen lässt. Dort heißt es: "Die geklärten Rohheitsdelikte im inneren Bereich des Hauptbahnhofes im Tatzeitraum 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr verringerten sich um 46,8 Prozent."

Bisher war das Alkoholverbot zeitlich beschränkt. Heute hat allerdings der Kreisverwaltungsausschuss des Münchner Stadtrats ein 24-Stunden-Alkoholverbot auf öffentlichen Flächen rund um den Münchner Hauptbahnhof beschlossen. Das Verbot tritt zum ersten August 2019 in Kraft. Es muss in der morgigen Vollversammlung des Münchner Stadtrates noch formal beschlossen werden. 

Stadt Nürnberg erlässt ganztägig es Verbot

Die Stadt Nürnberg hat darauf bereits reagiert. Am Nürnberger Hauptbahnhof gilt seit dem 1. November 2018 ein ganztägiges Alkoholverbot. Der Stadtrat stimmte Mitte Oktober mit großer Mehrheit für die Änderung.

Die Polizei habe nachgewiesen, dass auch schon vormittags viele alkoholbedingte Straftaten passieren, sagte eine Sprecherin des Bürgermeisteramts. Aus Sicht von Stadt und Polizei hatte sich schon das nächtliche Verbot bewährt. Die Bevölkerung fühle sich dadurch sicherer.

Kritiker führen an, dass das Problem dadurch nur verlagert werde. Alkoholsüchtige suchten sich dann eben andere Orte zum Trinken.

Günzburg plant Videoüberwachung

Auch in Günzburg gibt es ab sofort ein Alkoholverbot am Bahnhof. Damit will die Stadt etwas gegen die sich dort im Zusammenhang mit Alkoholkonsum auftretenden Probleme tun. Laut Polizei war bei etwa einem Drittel der Einsätze Alkohol mit im Spiel. Zukünftig dürfen alkoholische Getränke weder zum Bahnhof mitgebracht werden, noch dürfen sie dort konsumiert werden.

Das gilt auch für die sogenannte Mobilitätsdrehscheibe, also den Busbahnhof. Überwacht wird die Einhaltung von der Polizei. Als nächster Schritt ist eine Videoüberwachung geplant.

In Regensburg gibt es zunächst eine Probephase

Seit dem 1. November 2018 gibt es auch ein Alkoholverbot in Regensburg. Es umfasst den gesamten Hauptbahnhof einschließlich des Arcadenstegs und der Bahnsteige. Erlaubt bleiben aber weiter alkoholische Getränke, die verschlossen zum Beispiel vom Einkauf nach Hause transportiert werden.

Laut Bahn ist dieses Verbot ein vielfacher Wunsch von Reisenden und Bahnhofsbesuchern. Immer wieder waren in der Vergangenheit Beschwerden über Betrunkene oder zerbrochene Glasflaschen zu hören, viele Menschen fühlen sich in dem Bereich nicht sicher.

Zunächst gilt das Verbot am Regensburger Bahnhof nur befristet bis zum 30. April nächsten Jahres. Nach der Probephase wird dann Bilanz gezogen und geschaut, wie das Verbot ankommt und wie es umgesetzt werden kann.

München legt nach

München will jetzt nachziehen. Das bestehende Alkoholverbot um den Hauptbahnhof soll künftig rund um die Uhr gelten. Darüber entscheidet heute der Kreisverwaltungsausschuss des Stadtrats. Bisher gilt das Alkoholverbot nur zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr früh.

Laut Beschlussvorlage des Kreisverwaltungsreferats dürfte ein 24 stündiges Alkoholverbot zu einer spürbaren Verbesserung der Sicherheitslage am Hauptbahnhof führen. "Vor allem dürfte ein Alkoholverbot die relativ hohe Anzahl an Rohheitsdelikten sowie die alkoholbedingten Ordnungswidrigkeiten senken."

Laut Kreisverwaltungsreferat München hat die Münchner Polizei einen leichten Verdrängungseffekt in den Botanischen Garten festgestellt. Dabei komme es jedoch nicht zu Alkoholexzessen wie im Bereich des Hauptbahnhofs.

Durch das Alkoholverbot will das Kreisverwaltungsreferat München alkoholkranke Menschen nicht aus dem Sichtfeld der Öffentlichkeit verdrängen, so steht es in der Beschlussvorlage. Bei vorhandenen Hilfsangeboten für Alkoholkranke in München hält die Stadt die Ausweitung der Alkoholverbote für angebracht und verhältnismäßig.

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  • Daniel Knopp
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