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Positive Bilanz in Straubing: Die Menschen halten sich an das von der Stadt erlassene Alkoholverbot an zwei öffentlichen Plätzen und veranstalten keine "Volksfeste light".

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Kein Gäubodenvolksfest light: Positive Bilanz nach Alkoholverbot

Alkoholverbot statt Gäubodenvolksfest heißt es dieses Jahr in Straubing: Polizei und Stadt ziehen eine positive Bilanz nach dem ersten Wochenende, an dem das Straubinger Gäubodenvolksfest stattgefunden hätte.

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Von
  • Sarah Beham
  • BR24 Redaktion

Die Straubinger halten sich an das von der Stadt erlassene Alkoholverbot an zwei öffentlichen Plätzen und veranstalten keine "Volksfeste light", so Annette Haberl, Dienststellenleiterin der Polizei Straubing. Seit vergangenen Freitag gilt an zwei öffentlichen Plätzen in der Stadt Straubing ein generelles Alkoholverbot - für die Zeit des eigentlichen Gäubodenvolksfestes, das dieses Jahr aber wegen Corona abgesagt wurde. Damit will man privaten Feiern auf dem Großparkplatz "Am Hagen" - wo das Gäubodenvolksfest vom 7. bis 17. August dieses Jahr stattgefunden hätte - und am Stein-Damm, der "Bschlacht", unterbinden.

Hagen und Bschlacht frei von "Feierwütigen"

"Das Resümee nach dem ersten Wochenende ist durchweg positiv. Es waren überhaupt keine Feierwütigen am Hagen anzutreffen." Ähnlich sieht es an der "Bschlacht" aus, so Haberl. Hier wollte man vorbeugen: Der Donau-Damm galt besonders bei Jugendlichen als beliebter Ort, um sich zum Feiern und Trinken zu treffen.

Sich in geordnetem Rahmen treffen

Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr (CSU) erhält überwiegend positive Rückmeldungen aus der Bevökerung, aber es werde auch kritisiert, was ok sei, so Pannermayr. "Ich bin ein Typ, der nicht scharf drauf ist, alles über Verbote zu regeln. Ich sage oft, wir müssen aufpassen, dass es nicht zum Automatismus wird, dass wir uns nach der Corona-Pandemie wieder bewusst machen, dass es viele Freiheiten gibt, die sich unsere Gesellschaft lange erkämpft hat. Aber die meisten sehen das sachlich und nüchtern. Wichtig ist, dass wir mit den Freischankflächen Möglichkeiten schaffen: Dafür, sich in einem geordneten Rahmen treffen zu können."

Ausweichprogramm mit Gassenfesten

Die Stadt Straubing hat für die Zeit des eigentlichen Gäubodenvolksfestes vorgesorgt: Mit mehr Freischankflächen und einem Ausweichprogramm mit Gassenfesten am Wochenende. Außerdem können Schausteller mit ihren Wägen für einen bestimmten Zeitraum kostenlos in der Innenstadt beispielsweise Volksfestbrezen mit Käse oder gebrannte Mandeln verkaufen. So wie Thomas Welter: "Ich halte das für eine gute Aktion, weil wir damit zum ersten Mal in diesem Jahr Geld verdienen. Natürlich ersetzt das kein Gäubodenfest, aber es sind ein paar Euro, die wir dringend brauchen."

Viele tragen dennoch Dirndl und Lederhosen

Die Straubinger würden das Angebot annehmen, so Welter, der positiv davon überrascht ist. Vom BR befragte Straubinger sind zwar enttäuscht, dass es dieses Jahr kein Gäubodenvolksfest gibt - viele von ihnen tragen derzeit dennoch Dirndl oder Lederhosen - aber die meisten reagieren verständnisvoll auf die Absage und das Alkoholverbot. Sie alle hoffen, dass es nächstes Jahr wieder ein Gäubodenvolksfest gibt.

Das Gäubodenvolksfest gilt als eines der größten Volksfeste in Bayern mit sieben Bierzelten, einer Größe von 100.000 Quadratmetern und 1,45 Millionen Besuchern im vergangenen Jahr.

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