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Alkohol- und Tabak-Konsum nimmt in der Corona-Krise zu | BR24

© BR/Johanna Schlüter

Seit Corona trinken die Deutschen mehr Alkohol.

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    Alkohol- und Tabak-Konsum nimmt in der Corona-Krise zu

    Seit der Corona-Krise rauchen und trinken die Menschen in Deutschland mehr. Das hat eine aktuelle Forsa-Umfrage ergeben. Danach gab ein Viertel an, jetzt noch häufiger Alkohol zu trinken. Die Suchtgefahren sind demnach durch Corona gestiegen.

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    Langeweile, Stress und vermeintliche Bewältigungsstrategien in der Coronakrise sind die Ursachen dafür, dass mehr getrunken und geraucht wird. Das stellt die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) fest, die die Forsa-Umfrage in Auftrag gegeben hat, und warnt: damit steigen auch die Suchtgefahren.

    Ein Viertel trinkt mehr seit Corona

    Laut der Umfrage trinkt jeder dritte Mann und jede fünfte Frau an mehreren Tagen pro Woche Alkohol. Neun Prozent der Männer und fünf Prozent der Frauen trinken sogar täglich. Und ein Viertel derjenigen, die ohnehin schon mehrmals pro Woche Alkohol trinken, gaben an, es jetzt noch häufiger zu tun.

    Damit hat sich das Problem des Alkoholmissbrauchs in der Pandemie weiter verschärft und das obwohl der Verkauf von Alkohol an öffentlichen Plätzen in der Corona-Krise zeitweise eingeschränkt war.

    Gestiegener Konsum von Tabak und Aufputschmitteln

    Auch bei den Rauchern gibt es einen Anstieg: jeder neunte regelmäßige Raucher und jeder dritte Gelegenheitsraucher gab an, seit Corona mehr zu rauchen, vor allem Zigaretten, aber auch Shisha oder illegale Drogen wie Cannabis, Marihuana oder Haschisch.

    Einen besonders starken Anstieg gibt es in der Gruppe der Jüngeren zwischen 16 und 29 Jahren. Diese Altersgruppe greift auch besonders häufig zu Aufputschmittel wie Energiedrinks und Tabletten.

    Suchtgefahren nicht unterschätzen

    Der gestiegene Konsum erhöhe die Suchtgefahr, warnt der Experte für Suchtfragen bei der KKH, Michael Falkenstein: "Die große Gefahr dabei ist, dass aus dem vermehrten Konsum während einer schweren Phase eine Gewohnheit wird und dadurch ein noch höheres Risiko für eine Abhängigkeit entsteht".

    Die Krankenkasse verzeichnet schon seit Jahren einen kontinuierlichen Anstieg bei dem missbräuchlichen Konsum von Alkohol und Tabak. Innerhalb des Zeitraums von 2009 bis 2019 sei die Zahl der KKH-Versicherten, die ärztlich behandelt wurden wegen exzessiven Tabakkonsums, um fast 79 Prozent angestiegen, wegen Rauschtrinkens um fast 37 Prozent. Da die Daten nur ärztlich diagnostizierte Fälle erfassen, dürfte die Dunkelziffer aber weitaus höher liegen.

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