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Alkohol: München will Corona-Notbremse ziehen | BR24

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Alkoholverbot München

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Alkohol: München will Corona-Notbremse ziehen

Wenn die Corona-Infektionen in München weiter zunehmen, ist Schluss mit dem nächtlichen Verkauf "to go" und dem Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum. Das hat Oberbürgermeister Reiter angekündigt. Als Richtwert gilt die 7-Tage-Inzidenz.

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Sobald in der Stadt München die Zahl der Infektionen weiter steigt und die 7-Tage-Inzidenz von 35 Infektion pro 100.000 Einwohner erreicht wird, gilt in München ein Alkoholverkaufsverbot (''to go") ab 21 Uhr. Der Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum wird dann ab 23 Uhr verboten sein. Das hat Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) mitgeteilt.

Tritt die Anordnung einmal in Kraft, soll sie erst dann wieder außer Vollzug gesetzt werden, wenn die Corona-Fallzahlen deutlich sinken und die 7-Tage-Inzidenz über einen längeren Zeitraum unter 35 liegt, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Auf Anfrage des BR teilte das Kreisverwaltungsreferat allerdings mit, dass die Allgemeinverfügung gerade erst erstellt werde: "Erst dann weiß man auch, unter welchen Bedingungen die Regelung wieder außer Vollzug gesetzt würde."

Anti-Corona-Maßnahme: Breite Zustimmung am runden Tisch

Die Stadtratsfraktionen hätten mit breiter Mehrheit dem Vorschlag vom gestrigen runden Tisch zugestimmt, "alles zu tun, um eine weitere Zunahme der Corona-Infektionen möglichst einzudämmen." Die Entscheidung sei allen nicht leicht gefallen, so der Oberbürgermeister: "Es geht aber in Zeiten der Pandemie zuallererst um den Schutz der Bevölkerung und darum, noch wesentlich belastendere Maßnahmen möglichst zu vermeiden." Aktuell liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 27,9 (RKI 25.08.2020, 0 Uhr).

Missachtung der Abstandsregeln, Lärm und Müll

Anlass für den runden Tisch waren zunächst die Probleme mit den Abstandsregeln sowie Lärm und Müll am Gärtnerplatz gewesen. Reiter hat inzwischen die Verwaltung beauftragt, "in Absprache mit dem Bezirksausschuss die Situation am Gärtnerplatz, insbesondere die Toilettensituation zu verbessern.

Ministerpräsident Söder unterstützt Münchner Entscheidung

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) begrüßte die Entscheidung der Stadt München. Der Oberbürgermeister habe seine volle Unterstützung, schrieb er am Dienstag auf Twitter. "Leider nehmen Unvernunft und Leichtsinn zu."

Alkoholverbot in anderen bayerischen Städten

Auch in anderen Städten gibt es bereits Alkoholverbote. So ist es in Bamberg und Nürnberg in Teilen der Altstadt verboten, an den Wochenenden abends Alkohol zum Mitnehmen zu verkaufen. In Augsburg schließt der Verkauf von Alkohol früher als sonst und Glasflaschen sind laut einem Sprecher in der Innenstadt verboten.

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Die Landeshauptstadt will den Alkoholkonsum nachts im Freien beschränken, falls die Corona-Zahlen weiter steigen. Hält der Trend an, ist der Warnwert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen bald erreicht.

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