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Alkofen: Wo das Christkind jetzt den Christbaum holt | BR24

© BR/Katharina Häringer

Auf der Christbaumplantage in Alkofen

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Alkofen: Wo das Christkind jetzt den Christbaum holt

Auf der Christbaumplantage in Alkofen im Landkreis Passau ist jetzt - anderthalb Monate vor Weihnachten - schon Hochbetrieb. Eigentlich wie jedes Jahr. Und trotzdem geht auch Corona nicht spurlos an dieser Branche vorbei.

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Von
  • Katharina Häringer
  • BR24 Redaktion

In vielen Branchen kriselt es seit Corona. Man möchte meinen, die Christbaum-Branche wäre von der Pandemie nicht betroffen. Aber: Händlern, die ihre Bäume sonst auf Christkindlmärkten verkaufen, brechen diese Verkaufswege dieses Jahr weg. Auf einer Christbaumplantage in Alkofen bei Vilshofen liegen schon jetzt stapelweise Bäume auf Halde.

25 Hektar Christbumkultur

Michael Hechinger ist mit Christbäumen aufgewachsen. Mit einem braunen Filzhut und einer Funktionsjacke geht der 36-Jährige durch seine Plantage, überprüft die Etiketten, reißt beim Vorbeigehen einen braun gewordenen Setzling heraus. Er besitzt 25 Hektar Christbaumkultur im Kreis Passau.

300 Tannen an einem Tag

Seine Mitarbeiter fällen heute 300 Nordmanntannen. Danach werden sie in Netze gepackt, verladen und ausgeliefert. Doch in diesem Jahr gehen nicht alle Bäume raus. Michael Hechinger zeigt auf einen großen Stapel verpackter Christbäume. "Ladenhüter", nennt er sie. "Bis zu 2.000 werde ich hier zurückhalten", sagt er.

Christbaumkauf: Baumarkt oder Altstadt?

Ob Hechinger diese Ladenhüter noch verkaufen wird - er weiß es nicht. 70 Prozent der Bäume verkauft er normalerweise an Großhändler. Doch die, die ihre Bäume normalerweise an Christkindlmärkten verkaufen, sind in diesem Jahr zurückhaltend. "Wenn ein Händler zehn Jahre lang am gleichen Christkindlmarkt Bäume verkauft und jetzt findet der Christkindlmarkt nicht statt. Dann stellt sich schon die Frage, ob die Leute dennoch in die Innenstadt kommen, um sich einen Baum zu holen oder ob sie sich dann einen im Baumarkt kaufen", sagt der 36-Jährige.

Ladenhüter werden zu Brennholz

Die Bäume jedoch einfach in der Plantage stehen zu lassen, ist keine Option. Große Bäume müssen rausgeschnitten werden, damit kleinere Platz bekommen, um nachzuwachsen. Michael Hechinger hofft, dass sein Christbaum-Puffer auf den letzten Drücker weggeht. Dass sich die Leute wenige Tage vor Heilig Abend doch noch nach einem Baum aus der Region sehnen. Sollte er auf den 2.000 Stück sitzen bleiben, werden sie zu Brennholz.

© BR/Katharina Häringer

Michael Hechinger auf seiner Christbaumplantage im Kreis Passau

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