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"Alan Kurdi" rettet vor Libyen 78 Menschen aus Seenot | BR24

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Das Rettungsschiff "Alan Kurdi" der Regensburger Seenotrettungsorganisation "Sea-Eye" hat nach eigenen Angaben gestern 78 Menschen von zwei Booten gerettet.

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"Alan Kurdi" rettet vor Libyen 78 Menschen aus Seenot

Die Regensburger Seenotrettungsorganisation Sea-Eye hat im Mittelmeer 78 Schiffbrüchige von zwei Booten gerettet - unter ihnen waren laut Sea-Eye mehrere Kinder. Einige Menschen mussten an Bord des Schiffs "Alan Kurdi" medizinisch behandelt werden.

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Das Rettungsschiff "Alan Kurdi" der Regensburger Seenotrettungsorganisation Sea-Eye hat nach eigenen Angaben gestern insgesamt 78 Menschen von zwei seeuntüchtigen Booten aus dem Mittelmeer gerettet. Der erste Notruf kam demnach über eine Notruf-Initiative, der zweite Hilferuf wurde von einem Frachtschiff abgesetzt, das Schiffbrüchige gesichtet hatte. Unter den Geretteten seien auch sieben Kinder gewesen, so die Organisation. Sie kritisierte nach dem Einsatz die libysche Küstenwache.

Notruf erreichte Sea-Eye über "Watch the Med - Alarmphone"

Am Samstagvormittag habe die "Alan Kurdi" zuerst 62 Menschen aus einem Schlauchboot vor der libyschen Küste aufgenommen. Den Angaben zufolge sei bereits Wasser in das dünne Schlauchboot gelaufen, als das Rettungsschiff die 62 Menschen erreichte. Unter ihnen hätten sich auch sieben Kinder befunden, das jüngste sei sechs Monate alt. Der Notruf habe Sea-Eye über die Organisation "Watch the Med – Alarmphone" erreicht. Dorthin hätten die Menschen auf dem Schlauchboot ihren Notruf abgesetzt, so die Mitteilung von Sea-Eye.

Frachter meldete Schiffbrüchige an "Alan Kurdi"

Wenige Minuten nach dem ersten Einsatz sei ein weiterer Notruf - diesmal direkt - auf der "Alan Kurdi" eingegangen. Ein Frachtschiff hat den Rettern demnach ein seeuntüchtiges Boot gemeldet. Am Nachmittag habe die "Alan Kurdi" dann weitere 16 Personen von dem seeuntüchtigen Boot aufgenommen. Drei der Geretteten seien stark dehydriert gewesen und deshalb an Bord des Rettungsschiffes medizinisch versorgt worden.

Bereits kurz nach der ersten Rettung habe die libysche Küstenwache die Seenotretter angewiesen, die libysche Such- und Rettungszone zu verlassen. Das kritisierte Johanna Pohl, Einsatzleiterin auf der "Alan Kurdi": Wiederholt bedränge die libysche Küstenwache Rettungsboote.

Die "Alan Kurdi" sucht nun eine Anlegestelle. Zuletzt hatten Rettungsschiffe nicht mehr lange warten müssen, bevor sie in einen italienischen Hafen einfahren durften. Deutschland und andere Staaten übernehmen laut einer recht neuen Vereinbarung die Migranten von den Schiffen.Im vergangenen Jahr war der Streit über die Aufnahme von Rettungsschiffen und Flüchtlingen europaweit eskaliert.