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AKW-Müll aus Gundremmingen darf in Weißenhorn verbrannt werden | BR24

© BR/Schack

Freigemessener und damit ungefährlicher Müll aus dem Kernkraftwerk Gundremmingen darf weiterhin in Weißenhorn verbrannt werden.

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AKW-Müll aus Gundremmingen darf in Weißenhorn verbrannt werden

Lange hat es Streit um den Müll aus dem Atomkraftwerk Gundremmingen gegeben, der in Weißenhorn verbrannt wird. Jetzt hat der Landkreis Neu-Ulm bekannt gegeben, dass der Müll nicht verstrahlt ist. Weißenhorn hatte nichts von dem AKW-Müll gewusst.

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Der Umweltausschuss des Landkreises Neu-Ulm hat entschieden, dass weiterhin Industriemüll aus dem Atomkraftwerk Gundremmingen im Müllheizkraftwerk der Stadt Weißenhorn verbrannt werden darf. Es wurde klar gestellt: Der Industriemüll aus dem Atomkraftwerk Grundremmingen ist nicht radioaktiv. Das haben Messungen des Landesamtes für Umwelt ergeben. Im Fachjargon heißt das: Er ist freigemessen.

Die Müll-Vereinbarung ist gültig

Damit darf dieser Müll weiterhin via Zweckvereinbarung  im Müllheizkraftwerk in Weißenhorn (Landkreis Neu-Ulm) verbrannt werden. Die Müll-Vereinbarung der Landkreise Günzburg (dort steht das AKW) und des Landkreises Neu-Ulm ist damit nach wie vor rechtens. Das wurde heute im Umweltausschuss des Landkreises Neu-Ulm bekannt gegeben. Der Antrag der SPD, einen „Müll-Stopp“ aus dem AKW zu verfügen, wurde abgelehnt.

Müll aus Gundremmingen? In Weißenhorn wusste man nichts

In den vergangenen drei Wochen war es in dieser Sache hoch hergegangen: Den Vertretern der Stadt Weißenhorn war nicht bekannt, dass in ihrem Müllheizkraftwerk Müll aus Gundremmigen verbrannt wird. Bei vielen schrillten die Warnglocken. Der Landrat von Neu-Ulm, Thorsten Freudenberger, verfügte erst einmal einen temporären „Müll-Stopp“ aus dem AKW.

Müll aus dem AKW ist kaum radioaktiv belastet

In der heutigen Sitzung wurde vom Landesamt für Umweltschutz, dem Müllheizkraftwerk und dem Kernkraftwerk dargelegt, dass es sich bei diesem Müll nicht um die plakativen "gelben Fässer" handelt, sondern um Handschuhe, Plastikeimer und Arbeitsanzüge - kein Bauschutt.

Die Strahlung des Mülls aus dem AKW Gundremmingen ist gering

Erlaubt sind bis zu 10 Mikrosievert Strahlenbelastung pro Jahr. Das heißt: Man müsste einen Müllsack mit diesem AKW-Industriemüll jeden Tag mit sich tragen, um dies zu erreichen. Jeder Flug nach New York ist mit bis zu 100 Mikrosievert belastet.

Kaum radioaktiv? SPD ist skeptisch

Herbert Richter, Stadtrat und Kreisrat für die SPD, hatte das Thema vor rund drei Wochen ins Rollen gebracht. Heute sagte er im Umweltsauschuss: "Ich sehe das so, dass es immer noch Müll ist, der radioaktiv ist. Auch, wenn es nach dem Gesetzt nicht so ist." Denn faktisch ist freigemessen – also deklariert als nicht radioaktiv – der Müll überschreitet also nicht 10 Mikrosievert pro Jahr.

Eine Müll-Vereinbarung von der kaum einer wusste

Herbert Richter hob auch drauf ab, dass die Vereinbarung zwischen den Landkreisen hätte vorher transparent gemacht werden müssen. Im Vertrag steht eben nicht explizit drin, dass Industriemüll aus dem AKW Grundremmingen nach Weißenhorn kommt. Dabei handelte es sich laut Landratsamt Neu-Ulm in den letzten drei Jahren um jeweils 15 Tonnen pro Jahr.

Künftig werden die Messungen zur Müllverbrennung veröffentlicht

Das Landratsamt hat zugesichert, für mehr Transparenz zu sorgen. So würden die Messungen der Schlacke, die beim Verbrennen anfällt, fortan öffentlich gemacht. Darüber hinaus wird das "Ökoinstitut" in den kommenden Tagen im Müllheizkraftwerk vorbeischauen – und soll die Müll-Anlieferung künftig kritisch begleiten.