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Das Atomkraftwerk Isar 2 in Essenbach im Landkreis Landshut ist ein letztes Mal für die Revision heruntergefahren worden. Ende 2022 soll es im Zuge des Atomausstiegs endgültig abgeschaltet werden.

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AKW Isar 2 letztmals für Revision heruntergefahren

Das Atomkraftwerk Isar 2 in Essenbach im Landkreis Landshut ist ein letztes Mal für die Revision heruntergefahren worden. Ende 2022 soll es im Zuge des Atomausstiegs endgültig abgeschaltet werden.

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Von
  • Harald Mitterer
  • BR24 Redaktion

Das Kernkraftwerk Isar 2 in Niederbayern ist zur letzten Kraftwerksrevision vor Ende seines Leistungsbetriebs vom Strom­netz getrennt und heruntergefahren worden. Im Rahmen der Revision werden neue Brennelemente eingesetzt und um­fangreiche Prüfungen und Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Das hat der Betreiber PreussenElektra mitgeteilt.

48 Brennelemente werden bei der Revision ersetzt

Neben einer Vielzahl routinemä­ßiger Prüfungen, Inspektionen, Wartungen und Instandsetzungs-Arbeiten werden 48 der insgesamt 193 Brennelemente durch neue ersetzt. "Diese Revision ist für uns natürlich etwas Be­sonderes", erklärt Standortleiter Carsten Müller: "Zum letzten Mal werden wir in unserem KKI 2 einen Brennelementwechsel durchführen und die Anlage auf Herz und Nieren prüfen, bevor wir sie voraussichtlich Mitte Oktober ein letztes Mal mit dem Stromnetz verbinden werden."

Für das am Stand­ort tätige Personal besteht ein umfangreiches Schutzkonzept gegen Infektionen durch das Coronavirus, das im Einvernehmen mit dem Gesundheitsamt Landshut umgesetzt wird.

Wasserdampfwolke im Isartal verschwindet

Die Revision soll gut drei Wochen dauern. Währenddessen wird die weithin sichtbare große Wasserdampfwolke über dem Kühlturm im niederbayerischen Isartal nicht zu sehen sein und erst nach Abschluss der Revision wieder aufsteigen. Ende 2022 wird sie dann für immer verschwunden sein.

Ohne weiteren Brennelementwechsel soll das Kernkraftwerk Isar 2 bis Ende 2022 betrieben und dann als letztes Atomkraftwerk Deutschlands im Rahmen des Atomausstiegs für immer abgeschaltet werden.

Brennstäbe bleiben noch länger im Zwischenlager

Weil es noch immer kein Endlager für Atommüll in Deutschland gibt, bleiben die abgebrannten Brennstäbe aus den beiden Atomkraftwerken Isar 1 und Isar 2 mindestens bis 2047 im extra dafür errichteten Atommüll-Zwischenlager neben den Reaktoren in Niederbayern. Experten gehen sogar davon aus, dass diese Genehmigung wahrscheinlich noch einmal verlängert werden muss, bis tatsächlich ein Endlager zur Verfügung steht.

💡 Hintergrund:

Das Kernkraftwerk Isar 2 nahe Landshut war mehrmals "Weltmeister" in Sachen Stromerzeugung und zählt zu den erfolgreichsten Atommeilern weltweit, was die erzeugte Strommenge anbelangt. Seit dem Brennelementwechsel im Juli des letzten Jahres war der Atommeiler nach Betreiberangaben mit einer Verfüg­barkeit von 100 Prozent am Netz und erzeugte in diesen knapp 14 Monaten rund 14,5 Milliarden Kilowattstunden Strom. Mit seiner jährlichen Stromproduktion steuert das Kraftwerk gut zwölf Prozent zur gesamten Stromerzeugung in Bayern bei.

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