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AKW Gundremmingen: Landrat stoppt Müll-Lieferung nach Weißenhorn | BR24

© BR/Joseph Weidl

In der Müllverbrennungsanlage in Weißenhorn im Landkreis Neu-Ulm wird vorerst kein Material aus dem Kernkraftwerk Gundremmingen mehr angenommen. Hintergrund ist eine Diskussion um die Verbrennung des freigemessenen Mülls.

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AKW Gundremmingen: Landrat stoppt Müll-Lieferung nach Weißenhorn

In der Müllverbrennungsanlage in Weißenhorn im Landkreis Neu-Ulm wird vorerst kein Material aus dem Kernkraftwerk Gundremmingen mehr angenommen. Hintergrund ist eine Diskussion um die Verbrennung des freigemessenen Mülls.

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Der Neu-Ulmer Landrat Thorsten Freudenberger (CSU) hat die Maßnahme laut einer Sprecherin des Landkreises vorerst angewiesen: In der Müllverbrennungsanlage in Weißenhorn wird demnach vorerst kein freigemessenes Material aus dem Atomkraftwerk Gundremmingen mehr angenommen. In den letzten Tagen war die Diskussion um den Müll im Landkreis hochgekocht.

Material aus Gundremmingen wird streng kontrolliert

In den nächsten Tagen will sich der Landrat dazu äußern, wie es in der Sache weitergeht. Ins Rollen gebracht hatte die Sache SPD-Kreisrat Herbert Richter. Er hatte die Frage aufgeworfen, wie verhindert werden könne, dass in Weißenhorn radioaktiv belasteter Müll aus dem AKW verbrannt würde.

In einer Sitzung des Umweltausschusses war dargelegt worden, dass nur unbedenkliches Material angeliefert wird. Diese Abfälle werden unter strengen Kontrollen der Aufsichtsbehörden freigemessen – das Strahlungsniveau ist mit dem von normalem Hausmüll vergleichbar, hieß es in der Ausschusssitzung.

SPD will keine Abfälle aus dem AKW mehr verbrennen

Die SPD-Fraktion im Kreistag sieht trotzdem "einen dringenden Handlungsbedarf". Sie fordert in einem Antrag, überhaupt keine Abfälle mehr aus Gundremmingen – egal ob freigemessen oder nicht – in Weißenhorn zu verbrennen. Die Abfallvereinbarung zwischen dem Landkreis Günzburg, in dem das Atomkraftwerk liegt, und dem Landkreis Neu-Ulm solle dementsprechend angepasst werden, so die SPD. Über den Antrag könnte der Kreistag bereits am 13. Februar abstimmen.

Hochradioaktiver Müll bleibt im Zwischenlager

Die Abfallvereinbarung zwischen den beiden Landkreisen gilt seit über drei Jahren. Da der Landkreis Günzburg selbst keine entsprechende Anlage zur Müllverbrennung mehr hat, wird der Müll des Landkreises nach Weißenhorn gebracht. Unter diesem Müll ist auch freigemessenes Material aus dem AKW Gundremmingen. Hochradioaktiver Müll wird in Castorbehältern im Zwischenlager auf dem Gelände des Kraftwerks untergebracht. Mittelschwer belasteter Müll kommt in das Zwischenlager Mitterteich.