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BayernTrend Oktober 2018: Sonntagsfrage
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Andreas Bachmann
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BayernTrend Oktober 2018: Sonntagsfrage

In der repräsentativen Umfrage von infratest dimap im Auftrag der ARD-Tagesthemen deuten sich kräftige Verschiebungen in der bayerischen Parteienlandschaft an. Mit 33 Prozent würde die CSU deutliche Verluste gegenüber dem letzten Landtagswahlergebnis (2013: 47,7 Prozent) verzeichnen, die absolute Mehrheit wäre verloren. Zweitstärkste Kraft wären die Grünen, die mit 18 Prozent einen bayerischen Rekordwert (2013: 8,6 Prozent) erreichen würden.

Rennen um Platz 3

Um den dritten Platz liefern sich SPD, Freie Wähler und AfD momentan ein Kopf-an-Kopf Rennen. Die SPD wäre mit 11 Prozent nur noch etwa halb so stark wie vor fünf Jahren (2013: 20,6 Prozent). Die Freien Wähler würden mit ebenfalls 11 Prozent einen Rekordwert (2013: 9,0 Prozent) erreichen. Die erstmals zu einer Landtagswahl in Bayern antretende AfD käme auf 10 Prozent. Die FDP könnte mit aktuell 6 Prozent (2013: 3,3 Prozent) wieder in den Landtag zurückkehren. Allen anderen Parteien bliebe der Einzug in den Landtag verwehrt, auch der Linken, die derzeit 4,5 Prozent (2013: 2,1 Prozent) in Aussicht hätte.

Sechs Parteien im Maximilianeum

Bei einem solchen Wahlausgang wären in Bayern erstmals sechs Parteien im Landtag vertreten. Als rechnerisch sichere Zwei-Parteien-Koalition wäre nach dem aktuellen Stand lediglich Schwarz-Grün möglich. Eine Koalition von CSU und Freien Wählern wie auch ein Bündnis aus CSU und SPD würde dagegen die Mehrheit knapp verfehlen (jeweils 44:45 Prozent).

BayernTrend: Live-Analysen im BR24 Webchannel

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Koalitionsbildung

Allerdings könnten die Besonderheiten des bayerischen Wahlrechts dennoch zu einer knappen Landtagsmehrheit für diese Zweierkoalitionen führen. Auf Basis der aktuellen politischen Stimmung ist zwar mit dem Gewinn einzelner Direktmandate durch die Grünen zu rechnen. Dennoch sind Überhangmandate für die CSU und Ausgleichsmandate für andere Parteien in mehreren Regierungsbezirken zu erwarten. In Modellrechnungen steigt die Größe des Parlaments auf über 200 Sitze. Da die Sitzverteilung unabhängig vom landesweiten Gesamtergebnis in den Regierungsbezirken erfolgt und die Partei mit Überhangmandaten (trotz Ausgleichsmandaten) dadurch leicht bevorzugt wird, könnte es im Landtag rechnerisch für eine Koalition von CSU und SPD bzw. CSU und Freien Wählern reichen.

Jeder Fünfte noch unentschieden

Viele Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest. Eine große Bedeutung hat deshalb die letzte Phase des Wahlkampfs mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern. Bewegungen sind bis zum 14. Oktober weiterhin möglich. Aktuell steht lediglich für die Hälfte der Wahlberechtigten (50 Prozent) die Wahlentscheidung bereits fest. Jeder Fünfte (22 Prozent) dagegen will eine Änderung seiner momentanen Parteipräferenz bis zum Wahlsonntag nicht ausschließen. Knapp drei von zehn (28 Prozent) tendieren derzeit zur Nichtwahl bzw. lassen bislang keine Neigung zu einer Partei erkennen.

Methodik

Für die Umfrage wurden von Infratest dimap im Zeitraum von 1. bis 2. Oktober 2018 1.002 Wahlberechtigte in Bayern telefonisch interviewt.

Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe. Fehlertoleranz: 1,4 bis 3,1 Prozentpunkte.

Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den späteren Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich.