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Aktivisten fordern bessere Radwege in Augsburg

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Aktivisten fordern bessere Radwege in Augsburg

"Fahrradstadt" will Augsburg sein, so wurde es im Stadtrat beschlossen. Doch Anspruch und Realität klaffen laut Aktivisten weit auseinander. Noch immer gebe es für Fahrradfahrer viele Unfallschwerpunkte.

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Jens Wunderwald steht an der Holzbachstraße in Augsburg, eine Seitenstraße der viel befahrenen Hauptverkehrsader Ackermannstraße. "Wir haben hier einen der Unfallschwerpunkte in Augsburg", erklärt Wunderwald, ein leidenschaftlicher Radfahrer zu jeder Jahreszeit. "Hier hat man nämlich eine Verkehrsführung über einen Zweirichtungsradweg." Die Einfahrt zu einer Tankstelle und zu einem Supermarkt sei für Radfahrer gefährlich und provoziere Unfälle.

Es soll weniger Parkplätze geben

Jens Wunderwald ist einer der Aktivisten, die zusammen mit dem Fahradfahrer-Club ADFC und der Bewegung Fridays for Future in den bislang eher zurückhaltenden Augsburger Kommunalwahlkampf Schwung bringen. Ihr Ziel sind deutliche Verbesserungen für Radfahrer.

Arne Schäffler vom ADFC in Augsburg, fordert unter anderem mehr Radwege und vor allem lückenlose Radwege. "Wir fordern, dass gefährliche Kreuzungen und Einmündungen sicherer gemacht werden. Das ist ein Aspekt, den die Stadt bisher konsequent vernachlässigt. Wir fordern aber auch den Abbau von Kraftfahrzeug-Stellplätzen."

Tiefbauamt verweist auf die Geschichte

“Fahrradstadt jetzt” heißt das Bürgerbegehren, dass das Bündnis in Augsburg auf den Weg bringen will. Aber so schnell geht das nicht, findet Gunther Höhnberg. Er ist Leiter des Tiefbauamtes. Gerade in der oft eng bebauten, zweitausend Jahre alten Stadt Augsburg kann es knifflig sein, immer die perfekte Lösung für Radler zu finden. Und außerdem sei eh schon viel geschehen in der selbsternannten Fahrradstadt Augsburg.

"Viele der Forderungen, die da jetzt formuliert werden, sind ohnehin schon auf unserer Agenda. Also der Ausbau des Radwegenetzes, der Ausbau der Abstellanlagen. Es gibt regelmäßige Besprechungen mit Polizei, Straßenverkehrsbehörde zu Unfallschwerpunkten", so Höhnberg.

Fahrrad-Aktivisten sammeln Unterschriften

In einem Punkt widerspricht der Tiefbauamtsleiter den Fahrradaktivisten. Eine Bevorteilung des Fahrradverkehrs gegenüber dem Autoverkehr soll es in Augsburg nicht geben. Erklärter politischer Wille sei es, alle Verkehrsarten gleichermaßen auszubauen. Hier kommen die Aktivisten von Fridays for Future, wie Sarah Bauer, ins Spiel. Sie unterstützt das Fahrradbegehren vor allem aus Umweltschutzgründen: "Weil die Emission aus dem Verkehrssektor die drittgrößte Emissionsquelle sind und wir die Zeit nicht mehr haben, da rum zu tun."

Die genaue Formulierung für das Begehren prüfen derzeit noch Juristen. Doch ab März wollen die Fahrradaktivisten Unterschriften sammeln. Ein ähnlicher Radentscheid war in München vergangenes Jahr erfolgreich. Beobachter rechnen, dass sich auch in Augsburg sehr viele Menschen mit diesem Thema beschäftigen werden.

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Augsburg bezeichnet sich als "Fahrradstadt" - viele Radler dort aber sehen das weniger rosig: Sie trommeln für ein Fahrradbegehren, damit . die Stadt wirklich fahrradfreundlicher wird. Die Aktivisten machen der Stadt damit ordentlich Druck.