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Aktive Eltern: Corona-Luftreiniger für Schule selbst gebaut | BR24

© BR/Andreas Kegel
Bildrechte: BR

Die meisten Grundschulkinder in Bayern gehen wieder in die Schule. Noch gibt es nicht überall mobile Luftreiniger, die Ansteckungsgefahren senken. Im Allgäu sind Eltern und Lehrer das Problem mit Eigeninitiative angegangen.

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Aktive Eltern: Corona-Luftreiniger für Schule selbst gebaut

Die Grundschüler sind in vielen Orten wieder in die Klassenzimmer zurückgekehrt. Nicht alle Schulen sind aber mit mobilen Luftreinigern ausgestattet, die die Corona-Ansteckungsgefahr senken. In Weiler im Allgäu wurden Eltern und Lehrer selbst aktiv.

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Von
  • Andreas Kegel
  • Johanna Kempter

Die Kinder der Klasse 2a der Grund- und Mittelschule Weiler im Allgäu nennen sie ihr "Raumschiff": die Lüftungsanlage, die an der Decke des Klassenzimmers hängt. Eingebaut haben sie die Eltern und Lehrer der Schule, in Eigenregie, aus Enttäuschung über die aus ihrer Sicht mangelnde staatliche Initiative.

Selbsgebaute Lüftungsanlage aus Baumarkt-Teilen

Über jedem Tisch im Klassenzimmer hängt nun eine Abzugshaube, die aussieht wie ein flacher Regenschirm. Die Haube sammelt die Atemluft der Kinder und leitet sie über Rohre mit einem einfachen Ventilator nach draußen. Die Anlage besteht aus Teilen aus dem Baumarkt, die zusammen 200 Euro gekostet haben.

Wirkung wie dreimaliges Stoßlüften

Die Idee für das Low-Budget-System stammt von Dr. Frank Helleis vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz. Er ist überzeugt von seiner Entwicklung: In Tests hat sie bis zu 90 Prozent der Atemluft abgefangen. "Die Lüftung im Ganzen wird in etwa so gut sein wie das dreimalige Stoßlüften pro Stunde", sagt Helleis. Im Internet stellt das Institut die Bauanleitung zur Verfügung.

Keine staatliche Unterstützung

Die Eltern und Lehrer in Weiler waren von dem Projekt sofort begeistert. Zwei Klassenzimmer haben sie bislang ausgestattet. Das Material bezahlte der Gemeinderat. Staatliche Förderung gibt es dafür nicht, erzählt die Elternbeiratsvorsitzende, Katrin Stadler. Auf ihre Anfragen an staatliche Stellen sei gar nichts gekommen, empört sie sich. "Wir sind wirklich alleine dagestanden. Deshalb haben wir das selber in die Hand genommen, das Material bestellt – wirklich alles alleine gemacht." Zwei Klassenzimmer sind ausgestattet, weitere sollen folgen.

Begeisterung über das "Raumschiff"

In den Räumen, in denen die Anlage schon installiert ist, sind alle zufrieden. Lehrerin Christine Eberl findet es wahnsinnig toll, nicht mehr ständig auf die Uhr schauen zu müssen, ob wieder gelüftet werden muss. "Ich kann in Ruhe unterrichten und habe trotzdem eine frische, saubere Luft hier drin", freut sie sich. Und auch die Schüler finden ihr "Raumschiff" toll, sagt einer der Zweitklässler. "Weil es die Corona-Luft absaugt und wir nicht mehr frieren müssen!"

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