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Aktionstag in Mittelfranken gegen Gewalt an Frauen | BR24

© Sachelle Babbar/picture alliance/ZUMA Press

München, 8. Mai 2020: Eine Gruppe von Frauen demonstriert und warnt vor Gefahren von häuslicher Gewalt während der Corona-Ausgangsbeschränkungen

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    Aktionstag in Mittelfranken gegen Gewalt an Frauen

    Der 25. November ist der "Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen". In Mittelfranken wird mittels verschiedener Aktionen auf das Thema aufmerksam gemacht. Darunter sind spezielle Bäckertüten und Kundgebungen.

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    Von
    • Oliver Tubenauer
    • Jonas Miller

    Der Deutsche Gewerkschaftsbund in Mittelfranken beteiligt sich am "internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen" mit einer Aktion vor dem Nürnberger Gewerkschaftshaus. Dabei gehe es insbesondere um die sogenannte "Konvention 190", die die Internationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen im vergangenen Jahr beschlossen hat. Die "Konvention 190" ist ein internationales Übereinkommen gegen Gewalt am Arbeitsplatz, das eine weltweite Definition von sexualisierter Belästigung und Gewalt festlegt.

    Der DGB fordert, dass diese Konvention jetzt in der Lebenswelt der Menschen spürbar wird, damit sich Frauen, aber auch Männer gegen Gewalt und sexuelle Übergriffe in der Arbeitswelt wehren können. DGB-Regionsgeschäftsführer Stephan Doll erinnert daran, dass die EU-Mitgliedsstaaten die Konvention noch ratifizieren müssten. Da einige EU-Staaten, wie etwa Ungarn, Bulgarien oder die Slowakei die Beschlussfassung innerhalb der EU grundsätzlich blockierten, liege auch dieses Thema derzeit auf Eis.

    Bäckertüten gegen Gewalt an Frauen

    Mehrere Bäckereien im Raum Weißenburg, Roth und Schwabach wollen mittels Bäckertüten auf das Thema Gewalt gegen Frauen hinweisen. Sie werden ihre Semmeln und Croissants in besonderen Verpackungen verkaufen. Die Tüten tragen die Aufschrift: "NEIN zu Gewalt gegen Frauen! Gewalt kommt mir nicht in Tüte!" Auf den Tüten sind auch die Telefonnummern des bundesweiten Hilfetelefons und der Frauenhäuser der Region zu finden.

    "Mit der Bäckertütenaktion landen sowohl der Appell gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, als auch die Notfallnummern direkt bei den Menschen", so die beiden Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen Ines Dirsch und Agnes Müller.

    Demonstration in Nürnberg

    Das Nürnberger "8. März Bündnis" organisiert am späten Nachmittag eine Demonstration durch die Nürnberger Innenstadt. Sie wollen die Öffentlichkeit sensibilisieren und ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Gewalt gegen Frauen bekämpft werden müsse.

    Sie kritisieren, dass Kranken- und Altenpflegerinnen während der ersten Corona-Welle zwar viel beklatscht wurden, sich diese Anerkennung aber finanziell nicht niederschlagen würde und ergänzen: "Wenn wir streiken, steht die Welt still!". Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung liegt der Frauenanteil in den systemrelevanten Berufsgruppen bei knapp 75 Prozent.

    Gedenktag nach Ermordung dreier Frauen

    Der internationalen Gedenktag geht zurück auf die Ermordung von drei Schwestern in der Dominikanischen Republik, die wegen ihres politischen Widerstands gegen den Diktator Rafael Trujillo am 25. November 1960 vom militärischen Geheimdienst nach monatelanger Verfolgung und Folter getötet worden waren. 1981 wurde der 25. November zum internationalen Gedenktag für die Opfer von Gewalt an Frauen ausgerufen.

    Im vergangenen Jahr registrierte das Bundeskriminalamt 142.000 Fälle von Partnergewalt in ganz Deutschland. Jeden dritten Tag kommt es bundesweit zu einem ein Femizid, bei dem eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet wird.

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