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Aktionsplan Wolf: Kritik von Umweltschützern und Landwirten | BR24

© dpa / Marcus Siebert

Ein Wolf (Canis lupus) im tiefen Schnee, Nationalpark Bayerischer Wald.

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Aktionsplan Wolf: Kritik von Umweltschützern und Landwirten

Mit dem Aktionsplan Wolf zeigten sich nach der Abschlusssitzung im Umweltministerium sowohl Naturschutzverbände als auch die Bayerische Land- und Forstwirtschaft noch unzufrieden. Die zentralen Eckpunkte stehen laut Bund Naturschutz aber fest.

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Der Bund Naturschutz fürchtet, dass es mit dem Aktionsplan deutlich leichter wird, Wölfe abzuschießen – zum Beispiel bereits, wenn sie einmal Herdenschutzmaßnahmen überwunden und ein Nutztier gerissen hätten, und Wiederholungsgefahr drohe. Außerdem sollen sogenannte „nicht schützbare Weidegebiete“ definiert werden, in denen Tierhalter keine Schutzmaßnahmen, wie etwa Zäune oder Herdenhunde, ergreifen müssen, weil es zum Beispiel zu aufwendig wäre.

Bund Naturschutz: "Gefahr von indirekten wolfsfreien Zonen"

"Das birgt aus unsere Sicht die Gefahr, dass darüber indirekt wolfsfreie Zonen eingeführt werden", sagte Uwe Friedel vom Bund Naturschutz. Denn nähert sich in solchen Gebieten ein Wolf mehrmals einer Herde, kann er „gegebenenfalls“ entnommen – also abgeschossen - werden, so steht es im aktuellen Entwurf, der dem BR vorliegt.

Land- und Forstwirte: "Komplizierte Regelungen bei Abschuss-Genehmigung"

Kritik kommt auch von den Landwirten. Sie begrüßen zwar, dass der Aktionsplan Entnahmen des Wolfs in Aussicht stellt, die Entnahme werde aber „durch zahlreiche Einschränkungen bis zur Wirkungslosigkeit verkompliziert“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Bayerischen Land- und Forstwirtschaft. Außerdem fürchten sie, dass es wegen „komplexer Entscheidungsstrukturen“ lange dauert, bis ein Abschuss genehmigt wird oder andere Maßnahmen ergriffen werden. Viele rechtliche Fragen bei der Entnahme, aber auch bei Entschädigungen und bei der Förderung von Schutzmaßnahmen blieben ungeklärt.

Endfassung des Aktionsplans noch in Arbeit

In der Steuerungsgruppe zum Aktionsplan sind unter anderem der Bund Naturschutz und der Bayerische Bauernverband vertreten. Das Umweltministerium arbeitet gerade an der Endfassung des Aktionsplans. Das heutige Gespräch sei konstruktiv gewesen, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Auf Basis des Gesprächs würden noch einige offene Punkte geprüft. Im Dezember hatte Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) gesagt, dass der Aktionsplan Wolf im Frühling in Kraft gesetzt werden soll.

© BR

Die Rückkehr der Wolfsrudel: Gefahr für Mensch und Tier? (Sendung vom 8. Januar 2019).