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"Aktionsplan Wolf": Abschüsse auch künftig möglich | BR24

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Aktionsplan Wolf erschienen

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"Aktionsplan Wolf": Abschüsse auch künftig möglich

Künftig sollen Wölfe in Ausnahmefällen zum Schutz von Weidetieren abgeschossen werden können. Das steht im "Aktionsplan Wolf" der Staatsregierung, der heute vorgestellt wird. Der Plan setzt aber auch auf vorbeugende Maßnahmen.

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Wie umgehen mit dem Wolf in Bayern? Es ist ein Drahtseilakt zwischen den Interessen des Naturschutzes und den Interessen von Weidetierhaltern. Heute nun stellt die Staatsregierung die Weiterentwicklung ihres "Aktionsplans Wolf" vor. Doch es sieht so aus, als bleibe es bei einem Kompromiss, mit dem keine Seite so richtig zufrieden sein wird.

Vorbeugende Maßnahmen im Mittelpunkt des Aktionsplanes

Seit heute früh steht er online – auf der Seite des Bayerischen Landesamtes für Umwelt – der lang erwartete und schon vor Erscheinen so kontrovers diskutierte neue "Aktionsplan Wolf". Doch viel Neues findet sich darin nicht. Viel ist von vorbeugenden Maßnahmen die Rede, um Weidetiere vor dem Wolf zu schützen. Etwa mit Hilfe von speziellen Zäunen, Nachtpferchung oder Behirtung durch Mensch und Hund. Das sei zumutbar. Mit Ausnahmen. Denn der weiterentwickelte Aktionsplan geht in diesem Punkt auch noch einmal explizit auf die Kritik von Almbauern ein.

Almbauern: Herdenschutz im alpinen Gelände nicht umsetzbar

Sie halten einen ausreichenden Herden-Schutz in alpinem Gelände für nicht umsetzbar. Zu diesem Schluss kommt man letztlich auch in dem 62 Seiten starken Papier. Eine Weideschutzkommission soll deshalb Weidegebiete vor allem im alpinen Bereich untersuchen und bewerten. Kommt sie zu dem Schluss, dass ein präventiver Herdenschutz nicht möglich ist, dann sei die so wörtlich "Entnahme eines Wolfs" möglich. Was bedeuten dürfte, dass im Alpengebiet Wölfe notfalls geschossen werden können, wenn auf diese Weise Schäden für die Weidewirtschaft vermieden werden.

Staatsregierung: Förderprogramm für Herdenschutzmaßnahmen

Den Almbauern geht das vermutlich nicht weit genug – sie fordern echte "wolfsfreie Zonen". Und Naturschützer werden befürchten, dass dann womöglich doch im gesamten Alpenraum Wölfe geschossen werden dürften. Mögliche Schäden durch Wölfe sollen auch in Zukunft vollumfänglich ausgeglichen werden, heißt es weiter im Aktionsplan. Und: die Staatsregierung kündigte ein Förderprogramm für präventive Herdenschutzmaßnahmen an.

Risse durch Wölfe in Bayern

Laut der zuständigen Dokumentationsstelle des Bundes (DBBW) haben Wölfe im Freistaat 2018 fünf Schafe und drei Kälber gerissen. 2017 wurden vier Lämmer von einem Wolf getötet, 2016 gab es ein totes und ein verletztes Schaf.