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Aktionen vor Abnehmer-Betrieben: Bauern fordern höhere Preise | BR24

© BR/ Jochen Wobser

Sie fürchten um ihre Existenzen und fordern mehr Geld für Ihre Produkte. Mit einem bundesweiten Aktionstag protestieren Landwirte gegen die ihrer Ansicht nach zu niedrigen Preise für Fleisch oder Milch. Auch im Landkreis Würzburg gibt es Aktionen.

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Aktionen vor Abnehmer-Betrieben: Bauern fordern höhere Preise

Sie fürchten um ihre Existenzen und fordern mehr Geld für Ihre Produkte. Mit einem bundesweiten Aktionstag protestieren Landwirte gegen die ihrer Ansicht nach zu niedrigen Preise für Fleisch oder Milch. Auch im Landkreis Würzburg gibt es Aktionen.

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Von
  • Jochen Wobser

Im Fokus des bundesweiten Aktionstags für eine höhere Bezahlung landwirtschaftlicher Produkte stehen die Abnehmer der Landwirte, also die verarbeitenden Betriebe wie Schlachthöfe oder Molkereien. Im Landkreis Würzburg sind am Mittwoch drei Aktionen geplant. Zunächst werden Landwirte aus ganz Unterfranken um 10.00 Uhr vor dem Danone-Werk Ochsenfurt ihren Forderungen Ausdruck verleihen. Es folgen ab 11.30 Uhr der Südzucker-Standort in Ochsenfurt und ab 13.30 Uhr der Schlachthof in Aub.

© BR / Björn Möller

Mit einem bundesweiten Aktionstag protestieren Landwirte gegen die ihrer Ansicht nach zu niedrigen Preise für Fleisch oder Milch. Auch im Landkreis Würzburg gibt es Aktionen.

Landwirte: "Selbstausbeutung muss beendet werden"

Vor Ort wollen die Landwirte dann Schreiben mit ihren Forderungen an die verarbeitenden Betriebe übergeben. Am 19. November sollen die schriftlichen Antworten der Betriebe in einer weiteren Aktion abgeholt werden. Ziel ist es laut einer Mitteilung des Vereins "Landwirtschaft verbindet Bayern", gemeinsam mit den Verarbeitern etwas dagegen zu tun, dass "die Produktpreise in der Landwirtschaft die meiste Zeit nicht mehr kostendeckend sind und im Moment für ganz viele Branchen sogar ruinös".

Die Landwirte seien bisher "dem Preisdiktat unserer Abnehmer ausgesetzt", so der aus der Initiative "Land schafft Verbindung" hervorgegangene Verein. Die Abnehmer wiederum stünden ihrerseits unter hohem Kostendruck des Handels. Deshalb fordere man von den verarbeitenden Betrieben Solidarität und Lösungsvorschläge, um "die Selbstausbeutung der Landwirte" zu beenden.

Keine Blockaden: Aktion soll Dialog in Gang bringen

Wie Milchbauer Alfred Greubel aus Elfershausen im Landkreis Bad Kissingen dem BR im Vorfeld gesagt hat, sollten die drei unterfränkischen Aktionen in Corona-Zeiten bewusst "eher klein" ausfallen, "nichts blockieren" und die Betriebsabläufe nicht stören. Vielmehr wolle man mit den Betrieben wie dem Danone-Werk "ins Gespräch kommen". Derzeit seien die Milchpreise "so kritisch wie zu Zeiten der Milchkrise von 2016", so Greubel. "Bei diesem Milchpreis bringen uns die Kühe nicht mal das Geld für ihr Futter. Und den Lohn für den Bauern schon gar nicht".

Bauern fordern Solidarität der verarbeitenden Betriebe

Die verarbeitenden Betriebe würden "immer betonen, dass sie unsere Partner sind. Jetzt müssen sie auch zeigen, dass sie es ernst damit meinen", fordert der Landwirt. Das Besondere des Aktionstags sei es, dass die landwirtschaftlichen Verbände nun übergreifend an einem Strang ziehen würden. "So ein breites Bündnis hat es noch nie gegeben", so Alfred Greubel.

Die Landwirte fordern unter anderem mindestens 15 Cent mehr für den Liter Milch und 50 Cent mehr pro Kilo Schweinefleisch. Für das Kilo Rindfleisch müsse es mindestens ein Euro mehr geben.

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