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Aktion #gastrogesichter soll Weißenburger Gastronomie ankurbeln | BR24

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Plakataktion in Weißenburg

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Aktion #gastrogesichter soll Weißenburger Gastronomie ankurbeln

Mit einer Plakataktion machen Weißenburger Gastronomen auf ihre Situation wegen Corona auf sich aufmerksam. Unter dem Motto #gastrogesichter wurden die Plakate mit den Gesichtern vieler Weißenburger Gastronomen in der Altstadt aufgehängt.

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Von
  • Markus Balek

Leere Theken, Bars und Restaurants. Die Corona-Krise und die daraus resultierenden Zwangsschließungen der Gastronomiebetriebe treffen auch die Weißenburger Wirte und Gastronomen hart.

Wirte halten nicht mehr lange durch

Während sich nebenberufliche Gastronomen teilweise mit ihrer Hauptbeschäftigung über Wasser halten könnten, fehle es den Vollzeitwirten derzeit an Einkünften. Die Umstellung auf Lieferdienste helfe zwar den klassischen Restaurants und Lokalen. Für viele Bars und Kneipen in Weißenburg sei diese Umstellung aber keine Alternative.

"Niemand lässt sich sein Bier oder einen Softdrink nach Hause liefern", Simon Sulk – Initiator #gastrogesichter

Auch staatliche Hilfen seien nur partiell oder noch gar nicht geflossen. Die Plakate mit den Portraits der Wirte und Gastronomen hängen verteilt in der Weißenburger Altstadt.

Hoffnung auf Unterstützung durch Bürger

Unterhalb der Gesichter wird in Textform deutlich wie sehr Gastronomen und Wirte ihren Beruf lieben und wie hart es ihnen an die Substanz gehe. "Das Gasthaus ist mein Leben", sagt beispielsweise die 69-jährige Marie Klarwasser auf einem Plakat. Sie betreibt seit fast 32 Jahren den "Goldenen Stern" in der Luitpoldstraße.

Mit der Aktion #gastrogesichter solle auf die finanzielle und existenzbedrohende Situation der Gastronomen aufmerksam gemacht werden. Doch nicht nur das: Auch die Bürger selbst seien weiter dazu angeregt ihre Gastronomie vor Ort zu unterstützen – vom Lieferdienst bis zum To Go Betrieb, so Simon Sulk.

Nicht nur das Geld fehle, auch das Beisammensein

Die Wirte und Gastronomen klagen derzeit nicht nur über die finanzielle Lage und Situation. Ihnen fehle auch der Kontakt zu den Menschen und Kunden selbst. Christian Kazor betreibt die Bar de Café "El Retiro" in der Rosenstraße in Weißenburg. 2019 hatte er seinen Laden eröffnet mit dem Ziel Jung und Alt einen Treffpunkt mit tollem Ambiente zu bieten.

"Mein Ziel war ein sozialer Treffpunkt und nicht die Menschen mit einem Pappbecher voll Kaffee zurück auf die Straße zu schicken. Das drückt auf die Stimmung." Christian Kazor, "Bar de Café El Retiro"

Bar und Kneipen dienen zur Pflege sozialer Kontakte

Genauso gehe es den Bürgern in Weißenburg selbst. Auf der einen Seite vermisse man das Getränk in der Kneipe oder einer Bar sowie das sonntägliche Essengehen, auf der anderen Seite auch das Beisammensein und Treffen mit Freunden außerhalb der eigenen vier Wände, so Christian Kazor weiter.

Bei voller Auslastung bringe er bis zu 30 Leute in seinem Café unter, aktuell müsse er sich mit dem To Go-Betrieb begnügen. Dennoch seien die Weißenburger Bürger unwahrscheinlich solidarisch und würden die Abholalternative annehmen.

16 Gastronomen sind dabei

Geknipst hat die Bilder der Weißenburger Fotograf Onur Alagöz. Die Aufnahmen sind ausschließlich schwarz-weiß. In der Stadt hängen sowohl die Einzelportraits als auch Gruppenbilder der Portraits.

Von den 35 Betrieben in Weißenburg haben sich 16 Gastronomen und Wirte aus Weißenburg ablichten lassen. Die Aktion läuft zwei Wochen.

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Um auf die schwere wirtschaftliche Situation der Gastronomie aufmerksam zu machen, hat die Stadt Weißenburg eine Plakataktion gestartet. Porträts von insgesamt 16 Gastwirtinnen und Gastwirten sind in der Stadt aufgehängt worden.

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