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Akkus laut Recyclingbetrieb Schuld an Brand in Wörth an der Isar | BR24

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Falsch entsorgte Lithium-Ionen-Akkus haben möglicherweise den Brand in dem Recyclingbetrieb in Wörth an der Isar ausgelöst. Werksleiter Kannengießer sieht in den Akkus ein zunehmendes Problem. Landrat Dreier hingegen nimmt den Betrieb in die Pflicht.

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Akkus laut Recyclingbetrieb Schuld an Brand in Wörth an der Isar

Falsch entsorgte Lithium-Ionen-Akkus haben möglicherweise den Brand in dem Recyclingbetrieb in Wörth an der Isar ausgelöst. Werksleiter Kannengießer sieht in den Akkus ein zunehmendes Problem. Landrat Dreier hingegen nimmt den Betrieb in die Pflicht.

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Falsch entsorgte Lithium-Ionen-Akkus könnten den Brand in einem Recyclingbetrieb in Wörth an der Isar ausgelöst haben. Werksleiter Michael Kannengießer berichtet im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk von der großen Gefahr, die von solchen Akkus ausgeht:

"Mittlerweile sind Akkus im Rasenmäher, im Fahrrad, der Zahnbürste oder im Autoschlüssel verbaut. Eigentlich müssten diese Gegenstände in gesonderten Gefahrgut-Sammelbehältern entsorgt werden. Oft landen sie aber trotzdem im normalen Schrottcontainer und kommen damit zu uns – und werden zur Gefahr." Werksleiter Michael Kannengießer

Müll aus ganz Bayern in Wörth: Falsch entsorgte Akkus als Problem

Im Recyclingunternehmen in Wörth an der Isar landet der Müll aus Recyclinghöfen in ganz Bayern. Die falsch entsorgten Akkus haben schon zu mehreren Bränden in der Anlage in Wörth geführt. Der letzte, in der Nacht auf den vierten Juni, war besonders schlimm – eine giftige Rauchwolke hatte sich kilometerweit ausgebreitet. Noch stehen einige Messergebnisse aus, ob die Böden und Felder dadurch belastet wurden.

Die falsch entsorgten Akkus werden immer häufiger zum Problem, so Kannengießer:

"Wenn diese Lithium-Ionen-Akkus einen starken Schlag bekommen, starker Hitze ausgesetzt oder nass werden, dann fangen sie schnell Feuer. Selbst unter Wasser brennen sie dann weiter – andere Recyclingunternehmen haben mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie wir." Werksleiter Michael Kannengießer

"Thekenmodell" als Lösung bei Mülltrennung

Kannengießer berichtet auch von abgebrannten Müllautos. In den Fahrzeugen wird der eingesammelte Abfall mechanisch klein-gepresst. Falsch entsorgte Akkus gehen dann häufig in Flammen auf. Kannengießer macht sich deswegen für ein sogenanntes "Thekenmodell" bei der Mülltrennung stark: Der Bürger würde seinen Recycling-Abfall dabei direkt bei Mitarbeitern des Betriebes abgeben, die dann eine fachgerechte Sortierung einleiten. Nur so könne man das Problem mit den falsch entsorgten Akkus in den Griff bekommen.

Das Landratsamt hatte den Betrieb in dem Recyclingbetrieb nach dem Brand eingestellt. Am Freitagvormittag wird es laut Kannengießer eine neue Besprechung geben, ob der Betrieb wiederaufgenommen werden darf.

Landrat sieht Betreiber von Recyclinganlage in der Pflicht

Landshuts Landrat Peter Dreier sieht das Problem nicht in der Falschentsorgung - er entgegnet, der Betrieb sei hier in der Pflicht.

"Diese Schuldzuweisung kann ich so nicht stehen lassen. In unseren Vertragsbedingungen steht ganz ausdrücklich, dass diese Schrottanlieferungen auf Fehlwürfe gesichtet werden müssen vom Recyclingbetrieb gesichtet werden müssen." Landrat Peter Dreier

Für Dreier bedeutet das im Umkehrschluss, dass der Werksleiter qualifiziertes Personal einstellen müsse, das Müllanlieferungen ordnungsgemäß und zuverlässige sichte. Zwar könne es zu kleinen Fehlwürfen kommen, aber das Risiko sei laut Dreier mit geschultem Personal niedriger..