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Aiwanger wegen Autismus-Aussagen in der Kritik | BR24

© dpa/Lino Mirgeler

Hubert Aiwanger, bayerischer Wirtschaftsminister und Chef der Freien Wähler.

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    Aiwanger wegen Autismus-Aussagen in der Kritik

    "Söder ist kein Autist" - für diesen Satz gerät Wirtschaftsminister und Freie-Wähler-Chef nun in die Defensive. In einem offenen Brief werfen drei Autismus-Experten Aiwanger vor, sich diskriminierend und behindertenfeindlich geäußert zu haben.

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    Silke Wanninger-Bachem ist Autistin. Bei Thomas Schneider wurde ebenfalls Autismus diagnostiziert. Und Werner Kelnhofer hat das Asperger-Syndrom, eine Variante des Autismus.

    Allein deshalb (aber nicht nur deshalb) kennen sich alle drei also bestens aus mit der Entwicklungsstörung, die unter anderem Probleme in der Kommunikation mit anderen mit sich bringt. Und alle drei stören sich in dem Zusammenhang an einer Aussage von Wirtschaftsminister und Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger. Dieser hatte im Landshuter Wochenblatt gesagt: "Markus Söder ist kein Autist, sondern geht auf gute Vorschläge ein und hört auf andere."

    Aussage sei diskriminierend und behindertenfeindlich

    In einem offenen Brief üben Wanninger-Bachem, Kelnhofer und Schneider nun deutliche Kritik an Aiwanger. Darin heißt es: "Wir empfinden Ihre Aussagen als diskriminierend und behindertenfeindlich!". Und weiter: "Indem Sie Autismus als Metapher für eine Beschreibung eines von Ihnen nicht gut geheißenen Verhaltens nutzen, diffamieren Sie eine ganze Gruppe von Menschen, die im Allgemeinen dafür bekannt sind, dass sie gerechtigkeits- und wahrheitsliebend sind." Die Unterzeichner des Briefs fordern den Wirtschaftsminister zudem auf, sich von seiner Aussage zu distanzieren.

    Silke Wanninger-Bachem, die sich für den Regionalverband "autismus Regensburg e.V." engagiert, sagte überdies dem BR: An Hubert Aiwanger könne nicht vorbeigegangen sein, dass es eine vom Bayerischen Sozialministerium beauftragte Autismus-Strategie gebe. Diese sei unter anderem auch dazu da, aufzuklären und Menschen mit Autismus eben nicht als ignorant oder verbohrt darzustellen.

    Kein Zusammenhang mit Autismus-Strategie der Staatsregierung

    Ihr Ziel sei es, so die Verfasser des Briefes, gesellschaftliche Vorurteile gegen Autisten abzubauen - gerne auch in Kooperation mit Aiwanger.

    Allen dreien ist die Klarstellung wichtig, dass ihr Brief nicht in Zusammenhang mit der Autismus-Strategie steht, für die sie - wie andere Experten und Wissenschaftler - derzeit Konzepte und Ideen entwickeln. (In einer ersten Version dieses BR24-Artikels war der Eindruck entstanden, sie hätten sich im Namen dieser Strategie geäußert; dies ist nicht der Fall. Vielmehr spiegelt der Brief ihre persönliche Meinung zur Aussage Aiwangers wider.)