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Aiwanger: "So lange grün vernünftig ist, bin ich der Grünste" | BR24

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Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger spricht im BR-Interview über die Umweltpolitik der Staatsregierung und kritisiert die Kontrollen in großen Tiermastanlagen. Seinen teils ruppigen Ton in sozialen Netzwerken verteidigt er.

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Aiwanger: "So lange grün vernünftig ist, bin ich der Grünste"

Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger spricht im BR-Interview über die Umweltpolitik der Staatsregierung und kritisiert die Kontrollen in großen Tiermastanlagen. Seinen teils ruppigen Ton in sozialen Netzwerken verteidigt er.

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Seit einem Dreivierteljahr ist Hubert Aiwanger nicht nur Chef der Freien Wähler, sondern auch bayerischer Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident. Die Entscheidung für eine gemeinsame Regierung mit der CSU hält Aiwanger dabei "aus jetziger Sicht auf alle Fälle" für richtig.

Laut dem 48-Jährigen hätten die Freien Wähler in der Opposition "bei weitem nicht so viel bewegen können". Als Beispiele für eigene Erfolge nennt Aiwanger im BR-Sommerinterview kostenfreie Kindergärten oder Hebammen-Prämien. Trotz der weitgehend harmonischen Koalition sind CSU und Freie Wähler Aiwanger zufolge aber "weiter zwei getrennte Parteien" - auch wenn man eine große politische Schnittmenge habe.

Aiwanger sieht sich als überzeugten Naturschützer

Den neuen Umweltschutz-Kurs von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) führt Aiwanger auf Wünsche der Bevölkerung zurück. Dabei dürfe man Bürger oder Wirtschaft aber nicht überfordern. "So lange grün vernünftig ist, bin ich der Grünste, den es gibt", sagt Aiwanger. Er sei Naturschützer aus Überzeugung, habe als Waldbauer tausende Bäume gepflanzt.

Probleme mit grüner Politik hat Aiwanger allerdings nach eigenen Angaben, wenn es um Drogenfreigabe oder unbegrenzte Zuwanderung geht. "Da wird die Farbe grün missbraucht für linke Themen."

Tierschutz: Aiwanger moniert unzureichende Kontrollen

Die jüngsten Tierschutz-Skandale in Bayern führt Aiwanger auch auf ungenügende Kontrollen zurück. "Für die großen Betriebe haben teilweise die Kontrolleure nicht gereicht. Und bei den kleinen Betrieben sind sie häufig zu oft aufgetaucht - und haben dann Kleinigkeiten moniert, während sie bei den großen die ganz großen Dinge übersehen haben." Allerdings sei die Agrarpolitik längst Weltpolitik und nicht allein in Bayern zu verbessern. Dennoch ist es laut Aiwanger besser, kleine Familienbetriebe zu unterstützen.

Seine eigene Rolle als Parteichef will Aiwanger derweil nicht verändern. So lange ich keine groben Fehler mache oder abgewählt werde, ist es ganz gut, wenn ich das weiter mache." Im BR-Interview spricht Aiwanger auch über seine teils rauflustigen Beiträge bei Twitter. "Natürlich sind dort teilweise etwas andere Umgangsformen üblich als im Zeitungsinterview."

Dieses Interview ist eines von insgesamt sechs Sommerinterviews, die zwischen 4. August und 8. September auf B5 aktuell ausgestrahlt werden. Dabei kommen in der Sendung "Die Landespolitik" (um 10:05 Uhr und 19:05 Uhr) die Landesvorsitzenden aller im Bayerischen Landtag vertretenen Parteien zu Wort.