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Aiwanger schlägt FFP2-Maske statt Ladenschließung vor | BR24

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Wie kann die Wirtschaft die Corona-Krise überstehen? In der Sendung "jetzt red i" im BR Fernsehen diskutierten das der bayerische Wirtschaftsminister Aiwanger und der Fraktionschef der Landtags-Grünen Hartmann. Die Rezepte sind sehr unterschiedlich.

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Aiwanger schlägt FFP2-Maske statt Ladenschließung vor

Damit Geschäfte auch nach Weihnachten öffnen können, setzt Wirtschaftsminister Aiwanger, FW, auf FFP2-Masken in Bus, Bahn und Handel. Das sagte er bei "jetzt red i". Grünen-Fraktionschef Hartmann plädiert dagegen für einen konsequenten Lockdown.

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Von
  • Christine Memminger

Ein weiterer Lockdown wäre „brutal hart“, meint Florian Lipp, der in Weilheim das älteste Kaufhaus Deutschlands betreibt. Die Umsätze seien das ganze Jahr über nicht gut gewesen, die Branche habe "eh schon geblutet". In der Sendung „jetzt red i“ am Mittwochabend im BR Fernsehen betonte er daher, dass auch die Zeit nach Weihnachten sehr wichtig für den Einzelhandel und eine Schließung unbedingt zu verhindern sei.

Der Bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) und Ludwig Hartmann, Grünen-Fraktionschef im Landtag, antworteten live auf diese und weitere Anliegen der Bürgerinnen und Bürger im Studio.

FFP2-Masken sind für Aiwanger die Lösung

Komplett zusperren nach Weihnachten sei für ihn "nicht in Ordnung", meinte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Das bedeute nur Aufwand und Kosten. Das Ziel, Kontakte dort zu reduzieren, wo man sich mit dem Coronavirus anstecken könnte, könne man auch anders erreichen:

"Jetzt ist mein Vorschlag, darüber nachzudenken, in ÖPNV und Handel eine FFP2-Schutzmaske zu empfehlen, mit der man sich quasi nicht mehr infizieren kann" Hubert Aiwanger, Freie Wähler

Der Wirtschaftsminister begründete seine Idee: "Weil was ist sonst ab 7. Januar? Wenn ÖPNV und Handel so gefährlich wären, dürfte man ab 7. Januar auch nicht reingehen." Mit FFP2-Masken könne man im Bus weiterhin sicher nebeneinander sitzen, so der Chef der Freien Wähler.

Genug FFP2-Masken in Bayern produziert

Seine Empfehlung bezog sich nicht ausschließlich auf Ältere und Risikopatienten, sondern alle Menschen. In Bayern würden diese Masken in ausreichender Menge produziert.

Außerdem müssten Aiwangers Meinung nach die Hygienemaßnahmen in Alten- und Pflegeheimen weiter verstärkt werden.

Grüne sind für "harten Lockdown" nach Weihnachten

Der Fraktionschef der Grünen im Bayerischen Landtag Ludwig Hartmann dagegen sprach sich in der Sendung klar für einen "harten Lockdown" über den Jahreswechsel aus. Er nannte es ein "Geschenk des Kalenders":

"Nach Weihnachten haben wir viele Feiertage. Dieses Momentum können wir ergreifen, um wirklich Luft für den Januar zu gewinnen." Ludwig Hartmann, Grüne

Kindergärten, Schulen und viele Betriebe seien ohnehin in den Ferien zu. Und 14 Tage komplett zu schließen sei auf lange Sicht für den Einzelhandel besser, als wenn die Kunden aus Angst vor Ansteckung noch länger fern blieben.

Schutzmaßnahmen wie FFP2-Masken können diese Sorgen seiner Meinung nach nicht ausreichend nehmen.

Ludwig Hartmann kritisierte außerdem, dass die Bayerische Staatsregierung noch immer keine Strategie hinter den Corona-Tests entwickelt habe. Obwohl man so viel teste, wisse man nicht, woher die Infektionen kommen.

Aiwanger stellt Öffnung der Gastronomie im Januar in Aussicht

Welche Auswirkungen die Corona-Pandemie bereits jetzt auf Restaurants und Gaststätten hat, machte Aline Brunner in der Diskussion deutlich. Sie musste ihre Gastronomiebetriebe in Miesbach bereits aufgeben. Finanziell hätte sie zwar noch durchgehalten, aber psychisch nicht.

"Wer verspricht, dass es nach dem zweiten Lockdown nicht einen dritten gibt?", fragte sie die Politiker. Diese Unsicherheit konnte ihr auch Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger nicht vollständig nehmen. Dennoch stellte er eine Öffnung der Gastronomie "durchaus im Januar" in Aussicht.

Mit strengen Konzepten und Appellen an die Gäste nach dem Motto "Macht keinen Mist!" könnten seiner Meinung Restaurants zu Beginn des neuen Jahres wieder öffnen.

"Wir werden im Frühjahr öffnen müssen, ob wir wollen oder nicht", sagte Aiwanger. "Es sei denn, die Zahlen galoppieren uns völlig davon."

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