Eigenstromversorgung war Thema einer Tagung in Sengenthal (Lkr. Neumarkt) auf dem Betriebsgelände der Baufirma Max Bögl.

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Aiwanger in Sengenthal: Wie geht Eigenstromversorgung?

Aiwanger in Sengenthal: Wie geht Eigenstromversorgung?

Die Energiekrise setzt Unternehmen in ganz Bayern zu. Wegen der hohen Energiepreise müssen einige sogar die Produktion reduzieren. Eine Lösung könnte Eigenstromversorgung sein. Wie das geht, war Thema einer Tagung mit Hubert Aiwanger in Sengenthal.

Die steigenden Strompreise bedrohen Bayerns Unternehmen. Eine Möglichkeit für Unternehmen sich zu entlasten und unabhängiger zu werden, ist die Eigenstromversorgung aus umweltfreundlichen Energiequellen. Das war auch Thema einer Tagung in Sengenthal (Lkr. Neumarkt) auf dem Betriebsgelände der Baufirma Max Bögl mit Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler).

Die Unternehmen und die bayerische Wirtschaft seien noch nie so gefährdet wie derzeit, sagte dieser in seiner Begrüßungsrede. Die hohen Energiepreise zwingen laut Wirtschaftsminister Aiwanger viele Industrieunternehmen ihre Produktion zu reduzieren. Zwischen 15 und 20 Prozent Leistung sei heruntergefahren worden. Viele Unternehmen hätten sich hilfesuchend an Aiwanger gewandt. Denn entweder die Politik löse die Energiepreisfrage oder viele müssten schon im Oktober aufgeben.

Aiwanger fordert Senkung der Energiesteuer

"Betriebe, die bisher den Strom für 4 Cent hatten, jetzt dann 85 Cent zahlen sollen. Das halten die wirtschaftlich nicht aus", so Aiwanger bei der Tagung in Sengenthal. Der Bund müsse die Strompreise von den Gaspreisen entkoppeln, damit Strom deutlich günstiger werde, so Aiwanger. Er wiederholte zudem seine Forderung, die Energiesteuer zu senken. Energie sei lange kein Thema gewesen.

Durch den Ukrainekrieg gingen die Strompreise allerdings durch die Decke. "Plötzlich ist der Blutstrom des Wohlstandes und der Wirtschaft unterbrochen." Es ginge nun auch darum, Bayern als starken Wirtschaftsstandort zu erhalten. Die Vorschriften zu erneuerbaren Energien müssten überarbeitet werden.

Windkraft und Photovoltaik auf denselben Flächen

So sollte es laut Aiwanger zukünftig auch möglich sein, Windkraft und Photovoltaik auf denselben Flächen bauen zu dürfen. Die derzeitigen Regelungen ließen das jedoch nicht zu. "Die Energie könnte man beispielsweise für grünen Wasserstoff kombinieren." Zudem brauchen Unternehmen Planungssicherheit, wenn sie auf bestimmte Energien umstellen.

Aus Sicht von Hubert Aiwanger müsste zudem der Ausbau an Pumpspeichern vorangehen. Derzeit gibt es sieben in Bayern. Möglich wären allerdings 16 bis 18. Schon lange sei das Pumpspeicherkraftwerk Riedl bei Passau in Planung. Dieses könnte laut Aiwanger rund ein Drittel der Leistung von Isar 2 abdecken.

Mit auf der Tagung war Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW). Die Unternehmen seien noch nie so gefährdet wie derzeit, so Aiwanger.

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