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Wegen der Corona-Schließungen ist bei Hotels und Gaststätten der Umsatz 2020 um zwei Drittel eingebrochen. Übernachtungen gingen um rund die Hälfte zurück. Wirtschaftsminister Aiwanger hofft jetzt auf eine schrittweise Öffnung "Richtung Ostern".

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Aiwanger hofft gegen Ostern auf offene Wirtshäuser

Wegen der Corona-Schließungen ist bei Hotels und Gaststätten der Umsatz 2020 um zwei Drittel eingebrochen. Übernachtungen gingen um rund die Hälfte zurück. Wirtschaftsminister Aiwanger hofft jetzt auf eine schrittweise Öffnung "Richtung Ostern".

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Von
  • Arne Wilsdorff

Nachdem es zuvor eine Rekord-Tourismusbilanz gegeben hatte machten Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW), die Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA, Angela Inselkammer und der Vorsitzende des Bayerischen Heilbäderverbandes, Alois Brundobler jetzt keinen Hehl aus ihrer Enttäuschung. Nach 100 Millionen Übernachtungen im Jahr 2019 waren es 2020 nur noch 60 Millionen.

Die Zahl der Gäste hat sich von 40 auf 20 Millionen halbiert, immerhin blieben sie im Schnitt drei Nächte lang. Das Jahr war "katastrophal" so Aiwanger. Die sonst "vor Kraft strotzende Tourismusindustrie" humpele wegen Corona jetzt nur noch "auf einem Bein". Trotz der November und Dezember-Hilfen fürchten sich 50 Prozent vor der Pleite, warnt DEHOGA-Präsidentin Inselkammer.

Aiwangers Hoffnung: Biergärten offen ab März, Hotels ab Ostern

Wirtschaftsminister Aiwanger will sich deshalb in den nächsten Wochen für Lockerungen einsetzen, ein konkretes Öffnungsdatum nennt er nicht. Allerdings "hoffe" er darauf, dass es "mit der Außengastronomie im März wieder losgeht" und man "Richtung Ostern den Tourismus wieder deutlich hochfahren" kann. Der Druck aus der Tourismus-Industrie steige, so Aiwanger, schließlich gehe es den Betrieben zunehmend an die Substanz. Sie bräuchten dringend eine Öffnungsperspektive, denn sonst wandere Personal weiter ab, da sei auch die Kurzarbeit keine Lösung.

Skilifte sollen unter Auflagen wie Online-Anmeldung öffnen

Wirtschaftsminister Aiwanger plädiert auch dafür Gastronomieöffnungen als "als Teil der Problemlösung" zu sehen, schließlich passiere mit guten Hygienekonzepten im Wirtshaus "weniger als bei privaten Feiern im Schrebergarten". In den nächsten Wochen sollte auch über die Öffnung der Skilifte nachgedacht werden, so Aiwanger, mit Online-Buchungen, Maske am Lift und Zugangsbeschränkungen.

Mehrwertsteuer soll dauerhaft auf 7 Prozent gesenkt bleiben

Als positives Zeichen der Bundesregierung wertet Aiwanger, dass der Großteil der November-Hilfen ausgezahlt sei und mit der Überbrückungshilfe III höhere Abschlagszahlungen möglich seien. Je Betrieb bis zu 100.000 Euro, gedeckelt bei 50 Prozent des Gesamtanspruches. Die beschlossene Verlängerung der Mehrwertsteuer-Absenkung bis Ende 2022 ist für Aiwanger nur ein erster Schritt. Sie müsse dauerhaft bleiben.

Gastro-Präsidentin Inselkammer will endlich wieder Gas geben

Die Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA, Angela Inselkammer, verbindet ihren Dank an Freistaat und Bund für die Finanzhilfen, die "nirgends in Europa höher" seien, mit einem leidenschaftlichen Appell die 40.000 bayerischen Betriebe mit ihren einst 447.000 Mitarbeitern endlich wieder arbeiten zu lassen. "Wir brauchen ein Öffnungskonzept um eine Planbarkeit zu haben – wir müssen wissen: was ist – wenn !"

Dazu gehört für Inselkammer "ab März mindestens die Öffnung der Außengastronomie", schließlich habe man die dafür nötigen Hygienekonzepte. "Wir wollen endlich wieder Gas geben!" Um sich März wieder selbst aus der Krise zu arbeiten fordert Angela Inselkammer aber auch die Mehrwertsteuer dauerhaft von 19 auf 7 Prozent zu senken. Und zwar nicht nur auf Speisen sondern auch auf Getränke.

Auch die bayerischen Heilbäder mussten 2020 dramatische Buchungsrückgänge verkraften. Ihr Verbands-Vorsitzender Alois Brundobler hofft deshalb ebenfalls auf baldige Lockerungen für die Beherbergungsbetriebe. Wenn die Bundesregierung, wie versprochen, Kurleistungen wieder in den Pflichtleistungskatalog der Gesetzlichen Krankenkassen aufnimmt, dann könnten sich auch die Bayerischen Heilbäder von der Corona-Krise wieder erholen.

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Zu den Wirtschaftszweigen, die am meisten unter der Corona-Krise leiden, gehört der Tourismus. In Bayern ging die Zahl der Gäste 2020 um die Hälfte zurück. Wirtschaftsminister Aiwanger spricht von einem katastrophalen Jahr für die Branche.

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