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Aitranger Unternehmer empört über Abschiebung eines afghanischen Mitarbeiters
© BR/Rupert Waldmüller

Autoren

Rupert Waldmüller
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Aitranger Unternehmer empört über Abschiebung eines afghanischen Mitarbeiters

"Wir sind hilflos und wütend", sagt Elektromeister Christian Staudacher. Und seine Frau Sieglinde Staudacher ergänzt auf BR-Anfrage: "Ich nehme an, dass er im Flieger saß." Eine Nachricht ihres Mitarbeiters aus Afghanistan hat sie bisher aber nicht erhalten.

Afghane war im Ort gut integriert

In dem Betrieb der Familie Staudacher in Aitrang im Ostallgäu hat der 26-jährige Aman Mohammadi bis zuletzt als Elektro-Helfer gearbeitet. Der Afghane, ein vorbildlicher Mitarbeiter, sei im Ort bestens integriert gewesen, habe sein eigenes Geld verdient, eine eigene Wohnung gehabt und Steuern bezahlt.

Duldung regelmäßig verlängert

Zwar war der Asylantrag des 26-Jährigen schon vor längerer Zeit abgelehnt worden, seine Duldung wurde aber regelmäßig verlängert und er hatte eine Arbeitserlaubnis bis Ende 2019. Mit einer Abschiebung hat in Aitrang deshalb niemand gerechnet. Dienstagfrüh jedoch stürmte ein Einsatzkommando der Polizei in seine Wohnung, nahm den 26-Jährigen fest und brachte ihn zum Abschiebeflieger nach Leipzig.

"Aman hat seit 2015 zum Betrieb und zur Familie gehört – für mich war’s ein Schock" Sieglinde Staudacher.

Nicht nur menschlich, auch betrieblich werde Aman fehlen, sagt ihr Mann Christian:

"Ich kann ihn nicht ersetzen. Mir fehlen tagtäglich Leute."

Die Familie ist überzeugt, dass trotz anderslautender Beteuerungen führender Politiker in Bayern nach wie vor die Falschen abgeschoben werden.

Autoren

Rupert Waldmüller

Sendung

Regionalnachrichten aus Schwaben vom 14.11.2018 - 09:30 Uhr