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Markus Söder will Ilse Ainger zur CSU-Spitzenkandidatin machen. Doch die Landtagspräsidentin will in Bayern bleiben. Das betonte sie heute beim Sonntags-Stammtisch im BR-Fernsehen.

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Aigner: "Mein Platz ist auf alle Fälle in Bayern"

Markus Söder hätte sie gerne als Spitzenkandidatin im Bundestagswahlkampf. Doch Ilse Aigner betont beim "Sonntags-Stammtisch" im BR, dass sie in ihrer derzeitigen Position bleiben möchte. Beim Thema Bundespräsidentin sieht das anders aus.

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Von
  • Christine Memminger

Bisher steht nicht fest, wer die CSU in den Bundestagswahlkampf führt. Parteichef Markus Söder sagte in einer Vorstandssitzung, seine Favoritin wäre Ilse Aigner. Die Landtagspräsidentin erteilte diesem Vorschlag sofort eine Absage. Am "Sonntags-Stammtisch" im BR Fernsehen bekräftigte sie erneut: "Mein Platz ist auf alle Fälle in Bayern."

Aigner will nicht Spitzenkandidatin der CSU werden

Sie verstehe, warum Söder ihr das Angebot gemacht habe, meinte Aigner. "Er wollte damit bestätigen, dass ich sehr bekannt, beliebt und anerkannt bin und mit Sicherheit ein gutes Ergebnis einfahren würde." Trotzdem sehe sie sich nicht in der Pflicht, Spitzenkandidatin der CSU für die Bundestagswahl zu werden.

"Ich habe meinen Dienst an der Partei schon mehrfach getan", erklärte Aigner, die unter anderem auf Geheiß des damaligen CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer aus Berlin zurück nach Bayern kam und zu Gunsten von Markus Söder ihre eigenen Ambitionen als Parteichefin zurückstellte. Sie sei in ihrer derzeitigen Position als Landtagspräsidentin "hervorragend aufgehoben" und werde daher in Bayern bleiben, so Aigner.

Spekulationen um Aigner als Bundespräsidentin

Anders als bei der Position als Spitzenkandidatin, erteilte sie dem Amt als Bundespräsidentin keine so klare Absage. Seit Frank-Walter Steinmeier erklärt hat, er stünde zu einer Wiederwahl bereit, laufen die Spekulationen, wer seine Gegenkandidatinnen sein könnten. Dabei fiel auf Grund ihrer Erfahrung und ihres Ansehens auch der Name Ilse Aigner immer wieder.

"Es gibt schlimmere Schicksale", sagte Aigner auf die Frage, ob sie denn eine Berufung als Kandidatin zur Bundespräsidentschaft annehmen würde. "Nach 72 Jahren könnte es grundsätzlich mal eine Frau schaffen", meinte sie. Das gelte aber unabhängig von ihrer eigenen Person.

Sie schätze Frank-Walter Steinmeier sehr, betonte Aigner. An weiteren Spekulationen will sie sich nicht beteiligen. "Ich bin der Überzeugung, man sollte die Würde dieses Amtes wahren, und es nicht in irgendeinen Wahlkampf ziehen."

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Sorge vor "blauem Wunder"

In Bezug auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt äußerte sich Aigner zurückhaltend. Die Umfragewerte sagen der CDU ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der AfD voraus. "Ich hoffe, und gehe natürlich davon aus, dass es kein blaues Wunder wird, sondern dass die CDU vorne liegen wird", sagte Aigner. Trotzdem sei die Parteienlandschaft dort keinesfalls mit der bayerischen vergleichbar. Die Union müsse sich deutlich von der AfD abgrenzen.

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Die bayerische Landtagspräsidenten, geht davon aus, dass die CDU die Wahl in Sachsen-Anhalt gewinnen wird. Das sagte sie beim Sonntags-Stammtisch im BR Fernsehen. Eine Koalition mit der AfD komme nicht in Frage, betonte Aigner.

Trotzdem gehe sie davon aus, dass nach einem Sieg der CDU in Sachsen-Anhalt Armin Laschet die Union in den Bundestagswahlkampf führen werde. Sowohl Friedrich Merz als auch CSU-Parteichef Markus Söder seien "im Team" dabei. "Man kämpft ja für die gemeinsame Sache. Und die ist auf alle Fälle, dass wir stärkste Kraft werden wollen und müssen."

Harald Schmidt sieht Merkel weiterhin als Kanzlerin

Entertainer Harald Schmidt war ebenfalls zu Gast beim "Sonntags-Stammtisch". Er meinte mit Blick auf Sachsen-Anhalt: "Wenn 25 Prozent die AfD wählen, dann muss man sich überlegen, warum." Es sei nicht damit getan, diesen Menschen zu sagen, sie seien nicht in der Demokratie angekommen. Eine entsprechende Äußerung kam im Vorfeld der Wahl vom Ostbeauftragten der Bundesregierung Marko Wanderwitz (CDU).

Für die Bundestagswahl prognostizierte Schmidt komplizierte Koalitionsverhandlungen - und eine Aufgabe für Angela Merkel. "Ich halte es für möglich, dass sie noch lange geschäftsführend Kanzlerin bleibt", sagte er. "Die anderen machen schicke Fotos mit neuen Schals auf dem Balkon und die Kanzlerin arbeitet Erdogan, Putin und so weiter, alles ab. Das ist meine heimliche Hoffnung."

Der "Sonntags-Stammtisch" feiert Jubiläum

Die Sendung feierte an diesem Sonntag Jubiläum. Bereits zum 500. Mal lief der "Sonntags-Stammtisch" im BR Fernsehen. Moderator Hans Werner Kilz und seine Stammgäste Christian Neureuther und Evelyn Ehrenberger bekamen entsprechende Glückwünsche.

Stammtisch gehöre zur bayerischen Lebenskultur, meinte Ilse Aigner. "Das vermissen momentan sehr viele. Ich finde das Format vollkommen angenehm." In keiner anderen Talkshow könne man sich so entspannt austauschen. Sie war seit Beginn der Sendung am 14. Oktober 2007 bereits elf Mal zu Gast.

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