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Die Staatsregierung wird sich auf Bundes- und Europaebene künftig dafür einsetzen, dass Äcker, die lange als Weide genutzt werden, nicht mehr umgepflügt werden müssen. Alle Parteien haben im Agrarausschuss dafür gestimmt.

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Agrarausschuss stimmt gegen den Umbruch von Futterflächen

Die Staatsregierung wird sich künftig dafür einsetzen, dass Äcker, die als Weide genutzt werden, nicht mehr umgepflügt werden müssen. Im Agrarausschuss haben alle Parteien dem Antrag der CSU-Abgeordneten Petra Högl aus dem Kreis Kelheim zugestimmt.

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Von
  • Anne-Lena Schug
  • BR24 Redaktion

Die Staatsregierung wird sich auf Bundes- und Europaebene künftig dafür einsetzen, dass Äcker, die lange als Weide genutzt werden, nicht mehr umgepflügt werden müssen. Alle Parteien haben im Agrarausschuss dafür gestimmt. Der Antrag kam von der CSU-Landtagsabgeordneten Petra Högl aus dem niederbayerischen Stimmkreis Kelheim.

Vorschlag: Acker in Futterweide umbennen

Auch die SPD hatte einen Antrag gegen den "Unnötigen Umbruch von Futterflächen" gestellt. Unwahrscheinlich ist jedoch, dass das Problem noch in diesem Jahr gelöst wird, sagte die Landtagsabgeordnete Högl im BR-Interview. Ihrer Meinung nach könnte eine Lösung so aussehen, dass Äcker, die als Weide genutzt werden, einen anderen Code bekommen. Hießen sie zum Beispiel nicht mehr "Acker", sondern "Futterweide" könnte man sie von der Fünf-Jahres-Regelung ausnehmen, so dass die Bauern nicht mehr umpflügen müssten.

EU-Regelung: Acker alle fünf Jahre pflügen

Einer EU-Regelung zufolge müssen Äcker, die als Weide genutzt werden, spätestens alle fünf Jahre umgepflügt werden, damit sie ihren wertvolleren Ackerstatus behalten. Verpasst ein Bauer diese Fünf-Jahres-Frist, wird sein Acker automatisch zu Dauergrünland. Dadurch würde die Fläche stark an finanziellem Wert verlieren. Die EU hat jedoch ein Interesse daran, dass mehr Dauergrünland entsteht, weil Grünland ein höherer ökologischer Wert zugeordnet wird als einer Ackerfläche. Pflügt jedoch ein Bauer den Acker um - um den wertvolleren Ackerstatus zu behalten - darf er im selben Arbeitsschritt direkt wieder neues Gras ansäen.

Zu wenig zusammenhängendes Grünland

Aus Sicht des Agrarausschusses im Landtag ist das "unnötig" und muss künftig anders gehandhabt werden. Gerade in Bayern sind viele Bauern von dem Problem betroffen, da in vielen Regionen zu wenig zusammenhängendes Grünland in Hofnähe für die Weidehaltung vorhanden ist. Deshalb werden hofnahe Ackerflächen, welche mit Gras angesät werden, als Rinderweiden genutzt.

Hohe Strafen für Landwirte

Viele Weideflächen seien zudem vom Bauer gepachtet. Er muss garantieren, dass die Fläche nicht an Wert verliert. Sonst drohen hohe Strafen. Insofern bleibt den Bauern nichts anderes übrig, als die Fläche spätestens alle fünf Jahre umzupflügen, damit sie den Status behält.

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