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Uschi ist die erste Kadaversuchhündin in Bayern und soll bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest in Bayern helfen. Mit ihrer geruchsempfindlichen Nase erschnüffelt sie im Wald schnell tote Wildschweine.

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Afrikanische Schweinepest: Kadaversuchhündin Uschi spürt sie auf

In Brandenburg und Sachsen sind bereits mehr als 500 Kadaver gefunden worden. Die Afrikanische Schweinepest rückt näher in Richtung Bayern. Daher wird für den Ernstfall nach geeigneten Maßnahmen gesucht – eine davon ist Kadaversuchhündin "Uschi“.

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Von
  • Laura Grun

Uschi ist eine X-Mechelaar-Hündin, drei Jahre alt und Bayerns erste Kadaversuchhündin. Besonders wichtig für ihre Aufgabe ist natürlich die Nase. Denn damit soll sie im Wald tote Wildschweine erschnüffeln, die an der Afrikanischen Schweinepest – kurz ASP – gestorben sind.

Afrikanische Schweinepest auf dem Vormarsch

Da sich die Seuche immer weiter in Richtung Bayern ausbreitet, werden Kadaversuchhunde wie Uschi in Zukunft verstärkt gebraucht, sagt der Leiter des Veterinäramts im Landkreis Ansbach, Ralf Zechmeister. Denn der Hund sei dem Menschen durch seine Sinnesleistung wesentlich überlegen. Sobald ein Fall auftritt, werde man neben den Kadaversuchhunden aber auch mit vielen Menschen suchen müssen. Denn das Ziel sei es, alle verendeten und infizierten Wildschweine in einer bestimmten Waldregion zu finden und zu entfernen, so Zechmeister.

Üben unter naturnahen Bedingungen

Um für den Ernstfall vorbereitet zu sein, übt Uschi gemeinsam mit ihrem Frauchen unter möglichst realen Bedingungen. Ihr Frauchen ist Michaela Botz, Leiterin einer Hundeschule in Wolframs-Eschenbach im Landkreis Ansbach. Ihr Mann, Frank Botz, legt zum Üben echte Wildschweinkadaver im Wald aus. Auf einem vorgegebenen Suchfeld muss Uschi mehrere Wildschweinköpfe finden – und das in möglichst kurzer Zeit. Die Schwierigkeit: Uschi soll frei suchen, sich aber trotzdem noch von Frauchen leiten lassen.

"Es ist aber auch oft so, dass sie sich da widersetzt, weil sie schon etwas in der Nase hat und einem Stück hinterherläuft. Das sieht dann wie Ungehorsam aus." Michaela Botz, Leiterin der Hundeschule.

Sobald sie ein totes Wildschwein gefunden hat, wartet die Kadaverspürhündin bis ihr Frauchen bei ihr ist. Und dann kommt das Wichtigste: die Belohnung. Für Uschi ist es ihr sogenanntes "Bringsel" – ein schwarzes Stoffspielzeug, für das sie fast alles tun würde.

Ehrenamtliche Ausbildung von Kadaversuchhunden

Damit das so reibungslos klappt, haben die beiden rund 120 Stunden in der Hundeschule von Michaela Botz trainiert und eine Prüfung abgelegt. Ehrenamtlich bildet sie dort auch vier weitere Hunde aus.

Schweinepest keine Gefahr für Mensch und Hund

Für Uschi und ihr Frauchen ist der hoch ansteckende Erreger der Afrikanischen Schweinepest bei der Suche im Wald nicht ansteckend – für Wild- und Hausschweine aber tödlich. Das Wildschwein im Wald stecke sich in aller Regel an Kadaverresten eines Schweines an, das an der ASP erkrankt und verstorben ist, so Ralf Zechmeister vom Veterinäramt Landkreis Ansbach.

Mensch als Verbreiter der Afrikanischen Schweinepest

Doch auch der Mensch sei eine große Gefahr, sagt Zechmeister. Die Einschleppung über Ländergrenzen hinweg in Gebiete, die bislang nicht befallen waren, habe oft der Mensch zu verantworten. Der Grund: Unachtsam weggeworfene Lebensmittel an Autobahnrastanlagen oder im Wald, die den Erreger bereits in sich tragen.

"Durch den Reiseverkehr vom Menschen kann der Erreger in kurzer Zeit einen großen Sprung machen, wie kürzlich vor eineinhalb Jahren in Belgien als der Erreger dort plötzlich aufgetreten ist und mit Sicherheit über den Menschen dort hingebracht worden ist.“ Ralf Zechmeister, Leiter Veterinäramt Ansbach.

Schweinepest lässt Export sinken

Die Sorge bei den regionalen Schweinewirten wächst. Im Landkreis Ansbach wären im Falle eines Ausbruchs rund 130.000 Tiere betroffen und damit auch der Export in Drittländer extrem erschwert. Bereits jetzt seien laut Zechmeister die Schweinepreise sehr, sehr schlecht geworden. Allein der Ausbruch in Brandenburg habe ausgereicht, dass den Landwirten das Wasser bis zum Hals stehe, so der Veterinäramtsleiter.

Ob die Tierseuche Bayern erreichen wird, bleibt ungewiss. Kadaversuchhündin Uschi ist aber für ihren Einsatz schon gerüstet.

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