BR24 Logo
BR24 Logo
BR24

Afrikanische Schweinepest: erste Reaktionen aus Schwaben | BR24

© dpa-Bildfunk / Lino Mirgeler

Erstmals wurde die Afrikanische Schweinepest bei einem Tier in Deutschland nachgewiesen: bei einem Wildschwein in Brandenburg (Symbolbild).

Per Mail sharen

    Afrikanische Schweinepest: erste Reaktionen aus Schwaben

    Der erste nachgewiesene Fall von Afrikanischer Schweinepest in Deutschland beunruhigt viele Bauern. Für den Menschen ist die Krankheit ungefährlich - die wirtschaftlichen Folgen könnten aber schmerzhaft sein. Auch in Schwaben wächst die Sorge.

    Per Mail sharen
    Von
    • Mario Kubina
    • Peter Allgaier

    "Die Zeichen stehen auf Alarm", sagt Matthias Letzing, Geschäftsführer des Kreisverbands Günzburg vom Bayerischen Bauernverband (BBV). Wegen der Afrikanischen Schweinepest hätten sich viele Landwirte beim Verband gemeldet. Nach seinen Worten befürchten sie, ihre Tiere nicht mehr verkaufen zu können - ob auf dem heimischen Markt oder im Ausland. Südkorea hat schon Schweinefleisch-Importe aus Deutschland gestoppt. Zuvor war die Krankheit bei einem Wildschwein in Brandenburg nachgewiesen worden.

    Folgekosten können bei Schweinepest beträchtlich sein

    Wird die Schweinepest in einem Betrieb festgestellt, so wird der Hof laut BBV gesperrt, und alle Schweine müssen gekeult werden. Die Tierseuchenkasse trage die direkten Verluste. Allerdings können auch die Folgekosten beträchtlich sein: Erst nach rund 40 Tagen darf ein betroffener Hof seinen Betrieb laut BBV wiederaufnehmen. Letzing zufolge gibt es zwar eine sogenannte Ertragsschaden-Versicherung, bei der aber nur noch wenige Landwirte aufgenommen würden. Ställe einzuzäunen sei eine gute, aber keine billige Alternative, so der Verbandsvertreter weiter, weil die Zäune sehr stabil sein müssten.

    Letzing fordert die Bürgerinnen und Bürger auf, tote Wildschweine den Behörden zu melden, falls sie etwa bei einem Spaziergang im Wald einen Kadaver entdecken. Das Landratsamt Günzburg stellt derzeit ein Bergungsteam zusammen, das verendete Tiere aufspüren soll.

    Schweinepest: Wildschweine im Fokus

    "Wir prüfen zudem die Zäune entlang der Autobahn A8", sagt Franz Schmid, Leiter des Fachbereichs Veterinärwesen im Landratsamt. Wildschweine sollen daran gehindert werden, im Müll nach Nahrung zu suchen und sich etwa durch mitgebrachtes Fleisch aus Osteuropa zu infizieren. Dort grassiert die Afrikanische Schweinepest schon länger.

    Auch aus dem Kreis Aichach-Friedberg gibt es eine Reaktion auf die aktuelle Entwicklung. Aus dem Aichacher Landratsamt heißt es, man erwarte zurzeit keine direkten Folgen für die Region. "Im Landratsamt Aichach-Friedberg sind wir seit Längerem darauf vorbereitet, die notwendigen Maßnahmen zu treffen", wird Landrat Klaus Metzger in einer Mitteilung zitiert.

    Kreis Aichach-Friedberg: genug Material für Kampf gegen Schweinepest

    So seien die zur Bekämpfung der Tierseuche nötigen Gerätschaften und Materialien beschafft und Mitarbeiter des Landratsamtes dafür geschult worden, Wildschweinkadaver wegzuschaffen, wie es weiter heißt. Sollten Schweine von einem betroffenen Betrieb außerhalb Bayerns in einen Betrieb im Landkreis gebracht worden sein, wären demnach Ermittlungen vorgesehen. Außerdem würden alle tot aufgefundenen Wildschweine vorsichtshalber daraufhin untersucht, ob sie sich mit der Afrikanischen Schweinepest angesteckt haben.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!