Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

AfD-Parteitag: Landesvorsitzende will Image verbessern | BR24

© BR

Die AfD diskutiert heute auf ihrem Parteitag in Greding über die Kommunalwahl im kommenden Jahr. Nach wie vor hat die Partei Probleme, Kandidaten zu finden. Die neue Landesvorsitzende Miazga setzt auf Videos, um das Image der Partei zu verbessern.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

AfD-Parteitag: Landesvorsitzende will Image verbessern

Die AfD diskutiert heute auf ihrem Parteitag in Greding über die Kommunalwahl im kommenden Jahr. Nach wie vor hat die Partei Probleme, Kandidaten zu finden. Die neue Landesvorsitzende Miazga setzt auf Videos, um das Image der Partei zu verbessern.

Per Mail sharen
Teilen

Schon zum vierten Mal kommt die AfD in Greding zusammen. Denkt man an die vergangenen Treffen, ist der diesjährige Parteitag verhältnismäßig gesittet. Die Partei sucht neue Geschlossenheit vor der Kommunalwahl im kommenden Jahr.

Und sie sucht die richtigen Themen. Laut Corinna Miazga aus Straubing, die neue Landesvorsitzende, soll die AfD lokale Aufreger aufgreifen, etwa hohe Flüchtlingskosten oder der Bau von Moscheen oder Minaretten:

"Der Bürger entscheidet vor Ort, der Bürger wird wieder stärker beteiligt an Entscheidungen, die ihn unmittelbar betreffen. Das wird praktisch der große Slogan sein und die große Überschrift im Kommunalwahlkampf. Allgemein möchten wir eigentlich zurück zu dem, was die CSU mal war vor 20, 30 Jahren." Corinna Miazga, AfD-Landesvorsitzende

Punkten beim Thema Sicherheit

Für ihren Vize, den Coburger Landtagsabgeordneten Martin Böhm, soll hingegen das Thema Sicherheit auf die Wahlplakate kommen. "Sichere Städte, das ist unser Thema im Kommunalwahlkampf", sagt Böhm. Aus seiner Sicht sind die Städte für viele Bürger nicht so sicher wie früher einmal waren - insbesondere für Frauen.

Wer will mit seinem Namen für die AfD stehen?

Allerdings hat die AfD Schwierigkeiten, überhaupt ausreichend Kandidaten zu finden. In München etwa konnte die Liste der AfD bisher noch nicht gefüllt werden. "Für die aussichtsreichen Plätze gibt es jede Menge Kandidaten, schwieriger wird es dann bei den Bezirksausschüssen, es liegt natürlich an den allgemeinen Umständen, sagt der Münchner Abgeordnete Uli Henkel. "Es ist nicht ganz einfach für jemand, der weiß, dass er sich mit seinem Namen hergibt, auf jeden Fall auch nichts wird, und sich trotzdem offenbart."

Christkind-Affäre wirkt nach

Noch magerer sieht es in der Fläche Bayerns aus, sagt die neue Landeschefin Miazga:

"Da sind wir in der Infrastruktur vor Ort einfach noch nicht ausgebildet und leider gibt es eben auch gerade durch solche Postings wie in Bezug auf das Christkind natürlich auch entsprechende Vorbehalte bei den Bürgern und das ist grundsätzlich nachvollziehbar." Corinna Miazga, AfD-Landesvorsitzende

Streit um lukrative Posten

Miazga will als neues Gesicht und mit aufwendigen Videoproduktionen das Image der Partei verbessern. Angesichts immer neuer Provokationen und Skandale scheint das ein schwieriges Unterfangen. So war auf dem Parteitag auch die Vergabe von lukrativen Fraktionsposten innerhalb der Landtags-AfD ein Thema. Dort haben in dieser Woche mehrere Vertreter aus dem Lager der Flügelfrau und Fraktionschefin Katrin Ebner-Steiner die Leitung der fraktionsinternen Arbeitskreise übernommen.

In diesen stimmen sich die Fachpolitiker auf eine gemeinsame Linie ab. Für Miazga ist die Besetzung ein falsches Signal:

"Es kann nicht sein, dass zwei Blöcke gegeneinander arbeiten und deswegen halte ich es für sehr misslich, entsprechend die Positionen, die eben wichtig sind, wie die Arbeitskreisleiter und auch den Fraktionsvorstand rein oder fast ausschließlich mit Personen aus einer Gruppe zu besetzen." Corinna Miazga, AfD-Landesvorsitzende

Auch Miazga unterschrieb für den "Flügel"

Die 36-jährige Bundestagsabgeordnete hat selbst auch die sogenannte Erfurter Resolution unterschrieben, das Gründungsdokument des radikalen Flügels.

Dieser hat bei der Wahl des neuen Schiedsgerichts in Greding einen Rückschlag zu verkraften: Das Rennen haben drei Vertreter aus dem verhältnismäßig moderateren Lager gemacht. Noch bis morgen wählt die Bayern-AfD die Delegierten für den Bundeskonvent und ihren Vertreter für die Wahl des Bundesvorstandes Ende des Monats.