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AfD-Landeschef Sichert: Streit, aber kein Gesinnungskampf | BR24

© pa/dpa/Lino Mirgeler

Schlägt Mediation vor: AfD-Landeschef Martin Sichert

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    AfD-Landeschef Sichert: Streit, aber kein Gesinnungskampf

    Nach der Austrittsankündigung von Co-Fraktionschef Plenk bemüht sich AfD-Landeschef Sichert um Schadensbegrenzung. Von einem Gesinnungskampf innerhalb der AfD will er nichts wissen. Plenks Kollegin Ebner-Steiner gibt sich unbeeindruckt.

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    Nach dem zweiten Austritt innerhalb weniger Tage wehrt sich AfD-Landeschef Martin Sichert gegen den Eindruck, in der bayerischen AfD sei ein Richtungsstreit zwischen gemäßigtem und rechtsnationalem Flügel ausgebrochen. "Es handle sich bei den aktuellen Verwerfungen nicht um politische Gesinnungskämpfe, sondern um persönliche Befindlichkeiten." Die Begründung von Markus Plenk, er verlasse die Partei wegen fremdenfeindlicher Tendenzen, bezeichnete Sichert wörtlich als "vorgeschoben".

    Sichert: Mediation gegen Streit

    Er rief die bayerische AfD auf, beim nächsten Funktionärstreffen Ende dieses Monats über die Zukunft zu beraten. Die Partei müsse im Freistaat wieder zusammenfinden. Nach Sicherts Ansicht könne eine Mediation helfen, die Wogen wieder zu glätten.

    Plenk forderte er auf, seinen Sitz im Landtag zurückzugeben. Das will auch Katrin Ebner-Steiner. Zu einem möglichen Wechsel Plenks zur CSU erklärte die Co-Fraktionsvorsitzende: "Wenn er nun das Landtagsmandat, das er der AfD und seinen Wählern verdankt, nicht zurückgibt, sondern zur CSU mitnimmt, dann spricht das für sich."

    Ebner-Steiner: Plenk war kaum noch da

    Vom Rückzug Plenks zeigte sich Ebner-Steiner nicht überrascht. "Reisende soll man nicht aufhalten", erklärte sie in einer Pressemitteilung. Allerdings gebe es von Plenk bisher weder ein Austrittschreiben an die Fraktion, noch sei er bisher telefonisch erreichbar gewesen. Im Landtag habe Plenk sein Büro bereits "vor einiger Zeit komplett leergeräumt" und sei "kaum noch aufgetaucht", so Ebner-Steiner.

    Zwei Austritte in kurzer Zeit

    Zuvor hatte Plenk dem Bayerischen Rundfunk bestätigt, dass er aus Fraktion und Partei austreten wolle. Er habe genug von Intrigen. Im "Spiegel" wird der AfD-Politiker wie folgt zitiert: "Ich habe es satt, die bürgerliche Fassade einer im Kern fremdenfeindlichen und extremistischen Partei zu sein."

    Vergangene Woche hatte bereits der Abgeordnete Raimund Swoboda die Fraktion verlassen. Er hatte der AfD einen Rechtsruck vorgeworfen und kritisiert, einzelne Abgeordnete träten "mit steter Provokation als rechtsradikale Gesinnungshasardeure" auf. Außerdem wurde publik, dass die Fraktion monatelang zwei Mitarbeiter mit extremistischer Vergangenheit beschäftigte. Mittlerweile wurden die Verträge mit ihnen gelöst.

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    Rundschau

    Autoren
    • Maximilian Heim
    • Stanislaus Kossakowski
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